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[Teil 2] [Teil 3]
[Teil 4] [Teil 5]
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Häufig gestellte Fragen rund um
den Satellitenempfang
SD-Abschaltung der öffentlich-rechtlichen Sender
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Für Astra-Empfang genügt im Prinzip jede billige Schüssel und dazu ein billiges Single-LNB. Zusätzlich benötigen Sie ggfs. noch eine Wandhalterung, einige Meter Koaxialkabel und Kleinteile (Stecker, Kabelschellen, Schrauben, Dübel etc.). Das alles muss zusammen keine 100 Euro kosten, falls das Budget beschränkt ist. Sollte der verwendete Fernseher noch keinen integrierten DVB-S2-Tuner haben, kommt noch ein Receiver hinzu (ab 30 Euro für ein einfaches Gerät). Der Einstieg ist also sehr erschwinglich. Hat man höhere Ansprüche an die Haltbarkeit der Empfangsanlage und/oder die Funktionalität des Receivers, kann man natürlich auch deutlich mehr ausgeben. Oder man steigt mit einer einfachen Anlage ein und rüstet später auf.
Mit zunehmenden Ansprüchen wird die Anlage naturgemäß komplexer. Trotz aller Infos, die Sie auf dieser Seite finden, werden Sie dann nicht immer auf fachliche Beratung verzichten können. Die finden Sie, wenn Sie viel Glück haben, bei einem guten Fachhändler. Ansonsten sollten Sie eines der fachbezogenen Foren im Internet (siehe die Seite mit den Links) aufsuchen.
Es ist eine endlose Zahl von Kombinationen denkbar. Ich will hier nur einige gängige Zusammenstellungen aufzählen.
Erst mal brauchen Sie eine Schüssel. Deren Größe hängt vom
Verwendungszweck ab. Für Astra-Empfang genügen 60 cm (in Ausnahmefällen
sogar noch weniger). Wenn Sie Empfangsreserve bei Regen, Hagel,
Gewitterwolken oder Schneefall wünschen, sollten Sie eher 75 bis 100 cm
nehmen. Mehr als 100 cm bringen jedoch bei Astra kaum noch spürbare Vorteile.
Für andere Satelliten sind z. T. größere Durchmesser erforderlich.
Wenn Sie einen weiteren Satelliten über ein "schielendes" LNB empfangen,
sollte der Spiegel etwas größer sein als die jeweilige Empfehlung.
Außerdem brauchen Sie dann zusätzlich einen "Multifeed-Halter", mit dem Sie die
beiden LNBs im entsprechenden Abstand montieren können.
Nicht jede beliebige Kombination lässt sich über eine schielende Schüssel empfangen. Je näher die Satelliten am Orbit beisammen stehen, umso besser geht es. Bei knappen Abständen sind schlanke Spezial-LNCs notwendig.
Die Kombination aus Astra 19,2° Ost und Hotbird 13° Ost funktioniert
problemlos und ist seit langem erprobt. In der Deutschschweiz gilt sie
sogar als Standardinstallation.
Astra 2 liegt mit 28,2° Ost schon etwas weiter von Astra 1 entfernt,
trotzdem ist ab 85 cm Antennengröße ein schielender Empfang von Astra 2
möglich (zumindest ganz im Westen Deutschlands, siehe auch Infoseite hier).
Sogar eine Drei-Satelliten-Lösung aus Astra1, Hotbird und Astra 2
funktioniert. In diesem Fall sollte Astra1 in der Mitte liegen, während
Astra2 und Hotbird schielen. Alles Weitere zum schielenden Empfang steht
hier.
Eine Multifeed-Kombination aus Astra 19,2° Ost und Türksat 42° Ost klappt wegen des großen Abstandes mit einer normalen Schüssel nicht. Wenn man 2 getrennte Schüsseln verwendet, kann man die Signale der LNBs trotzdem per Multischalter oder DiSEqC-Schalter zusammenführen, so dass man nur 1 Kabel zu jedem Receiver legen muss.
Für mehr als 2 oder 3 Satellitenpositionen, auch bei größerem Abstand, gibt es Spezialschüsseln (z. B. Toroidal). Diese sind aber groß, schwer und teuer - und die perfekte Justage erfordert mehr Erfahrung als bei herkömmlichen Multifeed-Lösungen. Manchmal sind 2 getrennte Schüsseln kleiner, unauffälliger und billiger.
Neben Kabel, Steckern und Befestigungsmaterial benötigen Sie, soweit noch Fernsehgeräte ohne DVB-S2-Tuner im Einsatz sind, eine entsprechende Anzahl Receiver. Das müssen seit der SD-Abschaltung der öffentlich-rechtlichen Sender auf jeden Fall HD-Receiver sein, selbst wenn das verwendete Fernsehgerät uralt ist und nur SD kann. (Einfache SD-Receiver oder gar analoge Sat-Receiver, die man gelegentlich noch gebraucht angeboten bekommt, sollte man sich allerdings nicht mehr andrehen lassen.) Falls Sie Pay-TV (z. B. Sky oder HD-Plus) empfangen möchten, muss der Receiver dafür ausgelegt sein.
Die Art und Anzahl der LNBs und evtl. des
Multischalters richtet sich nach der Zahl der anzuschließenden Receiver/Tuner
sowie nach der Zahl der zu empfangenden Satellitenpositionen:
1/2/3/4 Receiver - 1 Satellit: Das ist der einfachst
denkbare Fall. Hat man nur
einen einzigen Receiver, benutzt man ein Universal-Single-LNB und
verbindet seinen Ausgang mit dem Receiver. Für 2 Receiver geht es ähnlich:
Man nimmt ein Universal-Twin-LNB und schließt an jedem der 2 Ausgänge je 1
Receiver an. Für bis zu 4 Receiver gibt es sogenannte Quad-LNBs mit 4
Ausgängen (bitte nicht mit Quattro-LNBs verwechseln!). Einfacher kann die
Verkabelung einer Sat-Anlage nicht sein.
Viele
Receiver - 1 Satellit:
Dies ist die häufigste Konstellation in Ein- und Mehrfamilienhäusern. Sie
benötigen ein Quattro-LNB, das alle 4 Polarisationsebenen Highband H,
Highband V, Lowband V und Lowband H einzeln ausgibt. Diese Ausgänge
verbinden Sie mit den 4 entsprechend bezeichneten Eingängen eines
Multischalters (der eine eigene Stromversorgung braucht). An dessen
Ausgänge werden die Receiver angeschlossen. Multischalter können 4, 6, 8
oder mehr Ausgänge haben. Planen Sie nicht zu knapp! (Achtung: Das
Quattro-LNB nicht mit einem Quad-LNB verwechseln, an das man 4 Receiver
direkt anschließen kann! Das sind zweierlei Sachen, auch wenn die Namen
ähnlich klingen.)
Manche Multischalter lassen sich kaskadieren, d. h. durch
Hintereinanderschalten mehrerer Einheiten kann man die Zahl der Ausgänge
(fast) unbegrenzt erweitern.
Die meisten Multischalter besitzen noch einen zusätzlichen Eingang, um das
Signal einer terrestrischen Antenne (z. B. Dachantenne für DVB-T2 und/oder UKW)
einzuschleifen. Sie können dann im Wohnraum eine satellitentaugliche
Antennendose (3-Loch- oder 4-Loch-Dose) installieren, in der die Signale wieder
getrennt werden. Für die terrestrische Antenne ist kein separates Kabel mehr
erforderlich.
Dementsprechend gibt es eine Konvention für die Bezeichnung der
Multischalter: Zum Beispiel ein 5/8-Multischalter hat 5 Eingänge (4
Polarisationsebenen plus Terrestrik) und 8 Ausgänge.
Ein Multischalter wird vorzugsweise im Keller (bei Nachrüstung oft
auch im Dachboden) montiert.
Er bildet den zentralen Ausgangspunkt für die "sternförmige"
Kabelverteilung.
Es gibt als Steigerung der Quad-LNBs auch "Octo-LNCs" mit 8 direkten
Ausgängen. Sie vereinfachen die Montage, da man dann direkt von der
Schüssel aus verkabeln kann (wie bei Single-, Twin- und Quad-LNBs) und
keine zusätzliche Spannungsversorgung braucht. Das ist nützlich, wenn es
z. B. in alten Häusern im Dachboden keinen Stromanschluss gibt, oder wenn
direkt an der Außenfassade Kabel in jede Wohnung gezogen werden sollen.
Allerdings sind Multischalter-Lösungen, wenn sie unter den gegebenen
Bedingungen machbar sind, technisch immer vorzuziehen: Die Kanaltrennung in
einem guten Multischalter funktioniert sauberer als innerhalb eines
Quad- oder Octo-LNBs und die Spannungsversorgung der LNBs ist durch das
Netzteil eines Multischalters stabiler. Besonders wichtig ist das, falls
Sie lange Kabel zu den Receivern brauchen (40 Meter oder mehr) oder falls Sie
Fernseher mit schwach ausgelegten Tunern einsetzen, deren LNB-Spannung nicht
besonders kräftig ist.
Die Multischalter-Lösung macht es außerdem einfacher, das Signal einer
terrestrischen Antenne mit einzuschleifen. Wenn Sie dasselbe in
Verbindung mit Single-, Twin-, Quad- oder Octo-LNB machen wollen, müssen
Sie für jeden Abgang, an dem das terrestrische Signal benötigt wird,
eine Einschleifweiche vorsehen.
1/2 Receiver - 2/3/4 Satelliten: In diesem Fall kommen
Sie mit zwei bis vier Universal-Single-LNBs aus. Deren Ausgänge leiten Sie
in die Eingänge eines sogenannten DiSEqC-Umschalters. Dessen Ausgang
verbinden Sie mit dem Receiver. So brauchen Sie nur 1 Kabel bis zum
Receiver und können trotzdem auf alle Polarisationsebenen (4 pro Satellit)
zugreifen. Solche DiSEqC-Schalter gibt es mit 2 oder 4 Eingängen, so dass
Sie an einem Receiver 2, 3 oder 4 Satelliten empfangen können.
Wenn Sie mit maximal 2 Receivern auskommen, können Sie es so ähnlich
machen. Nehmen Sie dann Twin-Universal-LNBs und 2 DiSEqC-Schalter. Ein Ausgang von jedem LNB wird jeweils einem DiSEqC-Schalter zugeführt,
der dann jeweils einen Receiver versorgt.
Viele Receiver - 2/3/4 Satelliten: Wenn Sie an
allen Receivern 2/3/4 Satelliten empfangen wollen, brauchen Sie 2 bis 4
Quattro-LNBs und einen DiSEqC-Multischalter mit 9/13/17 Eingängen und der
benötigten Zahl Ausgänge. Die
Verkabelung vom Multischalter zu den Receivern bleibt gleich.
Bei Bedarf können Sie die genannten Varianten kombinieren. Nur ein Beispiel: Angenommen, Sie möchten an bis zu 8 Receivern Astra empfangen und an einem dieser Receiver zusätzlich Türksat, so können Sie eine Quattro-LNB-Multischalter-Kombination mit einem Single-LNB und 2/1 DiSEqC-Schalter kombinieren. Jeder Ausgang des 5/8 Multischalters verhält sich nämlich wie ein einzelnes Single-LNB. Wenn alle im Haus Astra empfangen wollen, aber nur einer an anderen Satelliten interessiert ist, kann man mit so einer maßgeschneiderten Lösung viel Geld sparen. Dasselbe würde auch mit einem Twin-LNB und zwei 2/1 DiSEqC-Schaltern funktionieren, wenn zwei Leute Türksat oder Hotbird sehen wollen usw. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Fachmann fragen, ob Ihre gewünschte Kombination funktioniert. Nicht alles, was theoretisch geht, arbeitet auch in der Praxis einwandfrei.
Sobald Sie mehrere Satelliten ansteuern, müssen Sie sich der DiSEqC-Technik bedienen, die die Umschaltung zwischen den Positionen übernimmt. Mit der Verkabelung des Multischalters oder Umschalters legen Sie fest, in welcher DiSEqC-Reihenfolge Ihr Receiver die verschiedenen Satelliten ansteuert. Im deutschen Sprachraum schließt man normalerweise Astra als Position A an. Der zweite Satellit (z. B. Hotbird) ist dann Position B. Diese Reihenfolge hat den Vorteil, dass man mit alten Receivern, die kein DiSEqC beherrschen, immerhin noch Astra empfangen kann. Näheres zu DiSEqC finden Sie hier.
Wenn Sie ein sogenanntes Monoblock-LNB verwenden wollen, beachten Sie bitte die Hinweise in den FAQ. Generell rate ich von Monoblock-LNBs ab.
Nochmal die Warnung, weil es so wichtig ist: Bitte passen Sie mit den
LNB-Bezeichnungen auf. Es gibt Quattro-LNBs (4
getrennte Ausgänge für HH, HV, LH, LV zum Anschluss an externe
Multischalter) und Quad-LNBs (4
gleichwertige Direktausgänge für Receiver; auch "Quattro-Switch-LB" oder "Quattro mit eingebautem Multischalter" genannt).
Selbst einige Händler und kleine Hersteller halten sich nicht ganz an die Konventionen und benutzen die Begriffe falsch, oder sie erschaffen verwirrende neue Begriffe wie "Quat-LNB" oder "Quadro-LNB". Fragen Sie im Zweifelsfall lieber zweimal nach, bevor Sie das Falsche kaufen. Wenn der Händler sich selber nicht auskennt, kaufen Sie woanders!
Ein mögliches Unterscheidungskriterium (falls die Bezeichnung nicht eindeutig ist) ist die Beschriftung der Ausgänge: An Quattro-LNBs sind die vier Ebenen-Ausgänge eindeutig beschriftet - im einfachsten Fall mit den Kürzeln HH, HV, LH und LV. Die Ausgänge von Quad-LNBs sind hingegen gleichwertig und daher unbeschriftet.
Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: März 2026
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