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Alles Wichtige über SDTV, HDTV, Ultra-HD und 4k

Es geht bei all diesen Begriffen um die Bildauflösung, also die Zahl der Bildpixel in vertikaler und horizontaler Richtung. Das Kürzel HDTV steht für "High Definition Television". Das Gegenteil dazu wäre SDTV, d. h. "Standard Definition Television".

SDTV steht maximal für die PAL-basierte Auflösung von 720 x 576 Pixeln. Jedes Videosystem, dessen Auflösung höher ist, bezeichnet man als HDTV. Aktuell sind als HD-Auflösungen vorwiegend 1280 x 720 und 1920 x 1080 Pixel gebräuchlich. Letztere nennt sich in der Werbesprache auch gern "Full HD".

Die neueste Fernseher-Generation verdoppelt das bisherige "Full HD" in beiden Richtungen und kommt so auf die vierfache Auflösung, also 3840 x 2160 Pixel. Das nennt sich dann "Ultra HD" (UHD) oder manchmal auch "Quad High Definition" (QHD).

Das Kürzel "4k" stammt eigentlich aus der digitalen Kinotechnik und bezeichnet einen etwas abweichenden Standard für Kinofilme. Trotzdem hat sich "4k" auch für ultrahoch auflösende Fernseher und Videokameras eingebürgert. Mit "4k" ist in der Praxis also oft dasselbe gemeint wie mit "Ultra HD".

Geschichte von HDTV

Das Fernsehen der Anfangszeit war ein analoges Verfahren in Standardauflösung. (Genau genommen, gab es nur eine festgelegte Zahl von Zeilen, also eine Vertikalauflösung; eine feste Horizontalauflösung gibt es in den analogen Fernsehnormen prinzipbedingt nicht.)
Ab den späten 1980ern gab es einzelne Versuche mit analogem hochauflösendem Fernsehen, d. h. mit einer höheren Zeilenzahl und ingesamt deutlich schärferem Bild. Durchsetzen konnten sich entsprechende Normen in Deutschland und Europa aber nie.
Erst Ende 2005 gingen schließlich die ersten regulären HDTV-Kanäle in Deutschland an den Start - jetzt natürlich in digitaler Technik.

Inzwischen hat sich in ganz Europa ein Standard für digitales HDTV durchgesetzt und löst allmählich die herkömmliche Ausstrahlung ab. Auch für Ultra HD gibt es inzwischen Normen; genutzt werden sie allerdings bisher nur von ganz wenigen Spartensendern.

Auflösung gegen Vollbilder/Halbbilder

Neben der Auflösung gibt es noch eine weitere technische Unterscheidung: die zwischen Vollbildverfahren (progressiv) und Halbbildverfahren (interlaced).

Das Halbbildverfahren ist ein Relikt aus der Zeit der Bildröhren: Um das Flimmern zu reduzieren, wurden damals statt 25 Vollbildern pro Sekunde 50 Halbbilder übertragen, also um 1/50 Sekunde zeitversetzt zuerst die ungeraden und dann die geraden Zeilen des Bildes auf die Bildröhre geschrieben.
Da heutige LCD- und Plasmaschirme nicht flimmern, bräuchte man diesen Trick eigentlich nicht mehr und könnte einfach 25 Vollbilder pro Sekunde senden. Allerdings bringt das Halbbildverfahren als angenehmen Nebeneffekt auch eine bessere Bewegungsauflösung mit sich: Durch die 50 unterschiedlichen Bewegungsstufen pro Sekunde läuft das Bild flüssiger als ein Film mit nur 25 Bildern pro Sekunde. Gerade für Sportübertragungen und andere Inhalte mit schnellen Bewegungen ist das sehr vorteilhaft.

Bei der Festlegung der HDTV-Normen wollte man nicht die Vorteile dieser 50 Bewegungsstufen pro Sekunde verlieren. Ein Verfahren mit 1920 x 1080 Pixeln und 50 Vollbildern pro Sekunde wäre das Optimum gewesen und hätte fast alle Bedürfnisse abgedeckt, scheiterte damals jedoch an Engpässen bei den Übertragungs-Bandbreiten.
Stattdessen haben sich in Europa zwei "kastrierte" Sendenormen herausgebildet, die jeweils andere Kompromisse eingehen: 1280 x 720 Pixel mit 50 Vollbildern pro Sekunde (auch 720/50p genannt) und 1920 x 1080 Pixel mit 50 Halbbildern pro Sekunde (auch als 1080/50i oder neuerdings als 1080i/25 bezeichnet). Der DVB-Standard schreibt beide Normen fest; aktuelle HD-Receiver und Fernsehgeräte können beide Normen gleichermaßen wiedergeben.

Auch eine Sendenorm für 1080/50p sowie Sendenormen für Ultra-HD in 3840 x 2160 Pixeln sind inzwischen definiert. Entsprechende Empfangsgeräte sind allerdings noch rar. Immerhin soll es mit Ultra-HD nur noch Vollbilder geben, so dass das Ende des Halbbildverfahrens eingeleitet ist.

Bis heute nutzen 99 % der Sender in Europa entweder 1080/50i und 720/50p. Beide Normen haben ihre theoretischen Stärken und Schwächen. Für Sportübertragungen und generell Aufnahmen mit schnellen Bewegungen ist 720/50p besser; zwar steht hier mit 1280 x 720 Pixeln eine vergleichsweise geringe Auflösung zur Verfügung, aber diese Auflösung bleibt - anders als bei halbbildbasierten Verfahren - auch während der Bewegung voll erhalten.
Für ruhige Studioaufnahmen und Spielfilme hat hingegen 1080/50i gewisse Qualitätsvorteile. Aufgrund des Halbbildverfahrens halbiert sich hier zwar die nutzbare Auflösung während schneller Bewegungen, aber in ruhigen Sequenzen (insbesondere im Studio bei fixierter Kamera) oder mit Spielfilmen (die eh nur aus 25 Vollbildern pro Sekunde bestehen) bleibt die komplette Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln bestehen. In der Praxis spielt für 1080/50i auch eine große Rolle, wie gut der sogenannte Deinterlacer des Fernsehgerätes arbeitet: Mit hochwertigen Deinterlacern, die das Bild sorgfältig analysieren, kann 1080/50i heute sogar in bewegten Aufnahmen einen Tick schärfer aussehen als 720/50p.
Der größte und eigentliche Vorteil von 1080/50i liegt aber zweifellos im Marketing: Die 1080er-Auflösung lässt sich gegenüber der 720er-Auflösung als Vorteil verkaufen - obwohl sie in Verbindung mit dem Interlace-Verfahren gar keiner ist. Die Werbestategen haben dafür sogar einen einprägsamen Begriff erfunden: Full-HD. (Die technische Bedeutung von echten Vollbildern ist für Laien wesentlich abstrakter und daher als Werbeargument nicht so plakativ wie die Auflösung.)

In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich die öffentlich-rechtlichen Sender auf das 720/50p-Format festgelegt, während die Privatsender in 1080/50i senden.
Würde jeder Sender konsequent nur sein eigenes Format benutzen, wäre das kein Problem. Im Alltag passiert es aber häufig, dass Material vom einen in das andere Format konvertiert werden muss - wodurch man dann die Nachteile beider Formate kombiniert. Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender rufen unter Fachleuten viel Kopfschütteln hervor, weil sie ihr Programm fast nur noch in 1080/50i produzieren, aber immer noch in 720/50p senden. Das ergibt eigentlich keinen Sinn mehr.
Auch das Format 1080/50p, das mittlerweile terrestrisch via DVB-T2 gesendet wird, ist in Wirklichkeit nur von 720/50p oder 1080/50i hochskaliert. Bis zu einer nativen 1080/50p-Ausstrahlung werden noch viele Jahre vergehen.
Die Praxis zeigt übrigens, dass die meisten Zuschauer solche Unterschiede gar nicht bemerken - und ohne genaue Fachkenntnis auch gar nicht bemerken können. Der Auflösungs-Unterschied zwischen nativen 1280 x 720 Pixeln und 1920 x 1080 Pixeln bleibt meist unsichtbar, und sogar von 1080i nach 720p umgewandeltes Programm sieht nicht unbedingt schlechter aus als nativ gesendetes. Das liegt insbesondere daran, dass alle Programme bei der Ausstrahlung stark komprimiert werden, um Übertragungskapazität zu sparen. Feine Details und Bewegungen verschwimmen dann so oder so.

Aktuelles Senderangebot

Kabelfernsehen ist der einzige Sendeweg, wo es noch analoge Ausstrahlung gibt - allerdings nur in SDTV (und auch das wird in den nächsten Jahren verschwinden). Analoges HDTV ist in Deutschland ohnehin nie über die Experimentierphase hinausgekommen.

In digitaler Technik sind wahlweise SDTV oder HDTV verfügbar. Digitales SDTV kann ein Seitenverhältnis von 4:3 oder 16:9 haben - wobei der Trend klar zu (echtem) 16:9 geht. Digitales HDTV hat von vornherein das Seitenverhältnis 16:9.

Es gibt heute HD-Versionen der meisten Sender, aber die herkömmlichen SD-Sender werden über Satellit und Kabel noch viele Jahre parallel weiterlaufen (nur in der Terrestrik über DVB-T2, wo die Kapazitäten begrenzt sind, verschwinden die SD-Sender bis 2019).
Selbst auf den HD-Sendern ist noch nicht jede Sendung echtes HDTV. Ein kleinerer Teil ist immer noch SDTV-Material, das lediglich auf HD-Auflösung hochskaliert wurde.
Empfangen kann man alle freien HDTV-Sender über die Astra-Satelliten. Auch in den Kabelnetzen werden die meisten HD-Sender eingespeist - aber noch nicht alle überall. Ferner gibt es viele HDTV-Kanäle im IPTV-Angebot der Telekom. Über DVB-T2 ist das Angebot deutlich geringer (besonders auf dem flachen Land).

Die größte Bedeutung kommt den HD-Versionen der öffentlich-rechtlichen Sender zu. Alle werden selbstverständlich unverschlüsselt übertragen und sind mit jedem HD-Receiver oder Fernseher mit integriertem HD-Tuner empfangbar, den man heute kaufen kann.

Die werbefinanzierten Privatsender RTL, Vox, Sat 1, Pro 7, Kabel 1 etc. sind als HD-Versionen auf der Satellitenplattform "HD Plus" zu sehen - leider jedoch "grundverschlüsselt", so dass man ein Entschlüsselungsmodul sowie eine freigeschaltete Smartcard braucht (Näheres hierzu auf meiner Seite zu HD Plus). Ähnliches gilt in den Kabelnetzen und auf DVB-T2.

Neben den frei empfangbaren und grundverschlüsselten Sendern gibt es ein wachsendes HD-Angebot des Pay-TV-Anbieters Sky. Auch Sky HD ist über Astra-Satelliten sowie fast alle Kabelnetze empfangbar.

Das Angebot in Ultra-HD hält sich noch sehr in Grenzen. Es gib einige wenige Versuche im Pay-TV-Bereich und unter Shoppingsendern - und zu deren Empfang eignen sich jeweils nur wenige spezielle Geräte. Bedenkt man, dass selbst die Umstellung der Sender auf das herkömmliche HDTV noch lange nicht abgeschlossen ist, braucht man sich keine Hoffnung auf baldige flächendeckende Einführung von Ultra-HD machen. Die Fachleute sind sich auch durchaus noch uneinig über den Nutzen so hoher Auflösungen (siehe Abschnitt "Fernseher" weiter unten). Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen nach bisheriger Planung erst mal auf 1080/50p umstellen - und selbst das wird erst in etlichen Jahren anfangen, wenn die SDTV-Ausstrahlung endgültig eingestellt ist. Denn einen Parallelbetrieb von gleich drei Sendenormen kann niemand bezahlen. (Über DVB-T2 wird zwar technisch schon in 1080/50p ausgestrahlt, aber dabei handelt es sich bisher nur um Material, das in 720/50p oder 1080/50i produziert und nach 1080/50p gewandelt wurde. Einen sichtbaren Vorteil kann es hier also noch nicht geben.)

Weitere Infos zum HDTV-Programmangebot und zu geeigneten Receivern finden Sie unter hdtv-pro.de.
Speziell auf HDTV via IPTV ausgerichtet ist die Seite iptv-anbieter.info.

Empfangsanlage und HDTV-Receiver

Jede gewöhnliche Anlage der letzten 15 bis 20 Jahre, die die 4 ZF-Ebenen der Astra-Satelliten empfangen kann, ist automatisch fit für HDTV. Eher schmunzelnd kann man betrachten, wenn Hersteller auf ihre Multischalter und LNBs draufschreiben "für HDTV geeignet" oder "für Ultra-HD geeignet", so als sei dies eine Besonderheit.

HDTV-Receiver sind heute mit Preisen ab 50 Euro recht erschwinglich; reine SD-Receiver findet man noch als Restposten und auf dem Gebrauchtmarkt. Etwas teurer sind die guten Geräte mit zwei Tunern und Festplatte und/oder USB-Aufnahmeoption.
In vielen Fällen kann man heute sogar auf externe Receiver verzichten: Die meisten heutigen Fernseher haben schon HD-taugliche DVB-S2-Tuner eingebaut.

HDTV-Receiver/-tuner empfangen natürlich auch die herkömmlichen SDTV-Sender, können also einen SD-Receiver vollständig ersetzen.

Bei Receivern muss man ferner unterscheiden zwischen solchen für Kabelempfang (DVB-C), solchen für Satellitenempfang (DVB-S2), solchen für Terrestrik (DVB-T2) und solchen für Empfang via Internet (IP-TV).
Bei den eingebauten HD-Tunern der Fernsehgeräte kann man sich die Unterscheidung oft sparen; hier werden heute überwiegend Triple-Tuner angeboten, die HD-Empfang sowohl über Kabelfernsehen als auch über Satellit erlauben. Bitte beachten: Im Bereich Terrestrik sind manche Modelle noch auf die (aussterbende) DVB-T-Norm beschränkt, weil die aktuelle DVB-T2-Norm noch recht neu ist.

Die Logos "HD Ready" und "Full-HD"

Um Fernsehgeräte zu kennzeichnen, die problemlos mit HDTV-Receivern zusammenarbeiten, wurde einst herstellerübergreifend das "HD Ready"-Logo entworfen. Es garantiert eine bestimmte Mindestauflösung, die Unterstützung der wichtigsten Videoformate sowie das Vorhandensein einer digitalen HDMI-Schnittstelle.
(Zwar geben HDTV-Receiver auch noch über Scart herkömmliche PAL-Signale aus, aber das ist nur eine Notlösung für Besitzer älterer Fernsehgeräte. In diesem Fall sieht man nämlich nichts von der höheren Auflösung.)

Ganz billige Fernseher mit dem Logo "HD Ready" haben noch eine physikalische Auflösung von 1280 x 720 oder 1366 x 768 Pixeln. Die meisten heutigen Geräte lösen 1920 x 1080 Pixel auf. In der etwas gehobenen Preisklasse sind Ultra-HD-Geräte mit 3840 x 2160 Pixeln erhältlich.

Leider hat sich in die Begrifflichkeiten ein dummer Irrtum eingeschlichen: Viele Leute glauben heute, das Logo "HD Ready" stünde nur für die "kleine HD-Auflösung" von 1280 x 720 Pixeln. So hat sich auch der irreführende Begriff "HD-Ready-Auflösung" verbreitet.
Tatsächlich aber bestimmt das Logo "HD Ready" nur Minimalstandards für Fernsehgeräte und schließt eine hohe Auflösung keineswegs aus: Selbst ein Ultra-HD-Gerät darf mit "HD Ready" gekennzeichnet sein.

Es gibt ein weiterentwickeltes Prädikat "HD Ready 1080p", wo als Mindestauflösung 1920 x 1080 und weitere neue Aspekte vorgeschrieben wurden; allerdings hat sich "HD Ready 1080p" bei den Kunden nie richtig durchgesetzt - vielleicht auch wegen des Vorurteils, "HD Ready" stünde für niedrige Auflösung.

Stattdessen hat sich überall das Pseudo-Prädikat "Full-HD" etabliert. Der Begriff "Full HD" und die dazu passenden Logos sind aber nichts weiter als Marketing-Aussagen der Hersteller; es gibt nämlich für "Full HD" keine exakten, herstellerübergreifenden Mindestanforderungen, auf die man sich verlassen könnte. (So wurden durchaus schon billige Videokameras als "Full HD" angepriesen, nur weil sie ihr Ausgangssignal auf 1920 x 1080 Pixel hochskalieren konnten.)
Ähnlich wiederholt sich das Spiel heute mit "Ultra HD" oder "4k". Man muss also immer ganz genau hinschauen, was tatsächlich drin ist.

Die Auflösung allein sagt wenig aus. Ältere HD-Fernseher hatten noch ihre Probleme; so gab es Fernseher, die zwar 1920 x 1080 darstellten, das Bild aber nicht pixelgenau wiedergeben konnten, sondern immer etwas hochskalierten (damit ein "Overscan-Bereich" wegfällt). Bestmögliche Qualität und das vollständige Bild stehen natürlich erst zur Verfügung, wenn die Auflösung nativ genutzt werden kann, d. h. wenn jeder Bildpixel tatsächlich einem Fernseher-Pixel entspricht. Hierzu muss der Overscan abschaltbar sein.
Älteren HD-Fernsehern fehlt auch noch die Unterstützung für das sogenannte 24p-Format (Wiedergabe von Spielfilmen auf Blu-ray-Disc mit 24 Vollbildern pro Sekunde) sowie die Unterstützung der Formate 1080/50p und 1080/60p (die zwar noch nirgends gesendet werden, aber z. B. schon von vielen Kameras und Spielekonsolen ausgegeben werden).

Fernseher

HDTV braucht große Fernsehgeräte. Ohne großen Fernseher und/oder kurzen Betrachtungsabstand ist HD schlicht und einfach sinnlos. Bei den kleinen Bilddiagonalen und großen Betrachtungsabständen, die sich früher in vielen Wohnzimmern eingebürgert hatten, würde man in vielen Fällen vom gewohnten Sitzplatz aus gar keinen Unterschied zwischen SDTV und HDTV sehen können.
Noch schwerer sieht man den Unterschied zwischen der 720er- und der 1080er-Auflösung: Aus wohnzimmertypischen Betrachtungsabständen muss ein Fernseher richtig groß sein, damit man die Vorteile voller HD-Auflösung genießen kann. 1920 x 1080 Pixel auf einem 80-cm-Fernseher sieht aus 4 Metern Distanz nämlich nicht mehr anders aus als 1280 x 720 Pixel, selbst wenn der Zuschauer sehr gute Augen hat.
Am allermeisten gilt das für das neue Ultra-HD mit 3840 x 2160 Pixeln: Erst auf nochmal deutlich größerer Bildfläche oder aus deutlich kürzerer Entfernung (und sofern auch das Quellmaterial gut genug ist) hat man mögliche Vorteile von der hohen Auflösung.

Im Fall der Ultra-HD-Geräte sieht man die höhere Auflösung sofort, wenn man nah ans Gerät herangeht - so wie das bei typischen Technik-Vorführungen üblich ist. Aber im Alltag sitzt man zum Fernsehschauen doch eher auf dem Sofa und somit mindestens zwei oder drei Meter entfernt, und dann ist der Vorteil nicht mehr unbedingt bemerkbar. Entscheidend ist hier der Zusammenhang aus dem Betrachtungsabstand und der Sehschärfe des menschlichen Auges. Das ist auch der Grund, warum viele unabhängige Experten am Sinn einer Ultra-HD-Fernsehausstrahlung zweifeln: Wenn die Zuschauer über 99 % der Zeit gar keine Verbesserung sehen, ist der praktische Nutzen im Vergleich zum Aufwand einfach zu gering.
Zum Vergleich: Im digitalen Kino werden heute die meisten Filme in sogenannter 2k-Auflösung und Scope-Format vorgeführt, was gerade mal 2048 x 858 Pixeln entspricht - also noch weniger als "Full HD", und das auf einer riesigen Leinwand. Trotzdem gibt es kaum Klagen über die Bildschärfe - außer vielleicht in den ersten paar Sitzreihen.
Entscheidend ist nie die absolute Größe der Leinwand, sondern immer das Verhältnis aus Leinwandgröße und Betrachtungsabstand. Ultra HD lohnt sich daher am meisten nicht im Kino oder auf dem Fernseher im Wohnzimmer, sondern an Stellen, wo man relativ nah vor einem Bildschirm sitzt - z. B. an einem Computer mit 4k-Monitor.

Ansonsten wird die Bedeutung der Auflösung oft überschätzt, denn sie ist ein sehr beliebtes Marketing-Argument geworden; man kennt das ja von Digitalkameras, die mit immer mehr Pixeln beworben werden. Aber die Praxis zeigt: Eine Steigerung der Auflösung führt nur bis zu einem gewissen Punkt zu sichtbaren Vorteilen. Wenn ein Sättigungsniveau erreicht ist, verpufft eine weitere Steigerung wirkungslos.
Die Verbraucher entscheiden sich im Zweifelsfall gegen ein technisch besseres System, wenn es zu wenig Vorteile bietet. So könnte passieren, dass das Interesse an Ultra-HD-Filmen hinter den Erwartungen zurückbleibt, wenn der Praxisnutzen gering ist und sich zugleich die Nachteile (höhere Kosten, Speicherplatz/Bandbreitenbedarf, Übertragungszeit, ruckelige Wiedergabe auf älteren Computern) bemerkbar machen.

Das heißt nicht, dass Ultra-HD-Fernseher eine Fehlentwicklung wären. Die feinere Pixelstruktur sorgt auch bei hochskaliertem HD-Material für einen homogeneren Bildeindruck und ist von daher ein Fortschritt. Außerdem gibt es ja noch andere Anwendungen als das Fernseh- und Filme-Schauen, z. B. das Betrachten von Fotos oder die Nutzung des Fernsehers als Internet-Zugangsgerät. Da wäre durchaus denkbar, dass man auch mal näher ans Bild herantritt - und sich dann tatsächlich über die gesteigerte Detailauflösung freut.

Alternative HD-Bildquellen

Der Empfang von HDTV-Sendern ist nicht der einzige Weg, einen HD-Fernseher mit hochaufgelöstem Material zu füttern.

Blu-ray-Disc

Es gibt mittlerweile praktisch jeden Film, der neu auf DVD erscheint, auch zeitgleich auf Blu-ray-Disc (BD). Im Heimkino-Sektor hat sich die Blu-ray einen festen Platz erobert. Programmkinos nutzen Blu-ray-Discs gelegentlich sogar zum Zuspielen von Filmen für die große Leinwand.
Für die meisten anderen Anwendungen reicht die DVD-Qualität aber nach wie vor aus, so dass viele Anwender keinen Grund zum Umstieg sehen, solange ihr DVD-Player nicht defekt ist; das zeigt sich klar in den Statistiken, in denen Blu-ray-Player nie die hohe Verbreitung von DVD-Playern erreichen konnten (wobei die Zahl der Disc-Player in deutschen Haushalten auch insgesamt leicht rückläufig ist).
Aufgrund der Konkurrenz durch Streaming-Verfahren (siehe nächster Abschnitt) ist eine deutliche weitere Verbreitung der Blu-ray auch in Zukunft nicht mehr zu erwarten. Die Blütezeit der Disc-Datenträger ist vorbei. Das heißt aber nicht, dass sie schon bald ganz aussterben müssten; für bestimmte Zwecke und Zielgruppen werden sie sicherlich noch viele Jahre produziert - nur eben in geringeren Stückzahlen als bisher.

Für die hochauflösende Verbreitung von Spielfilmen ist die Blu-ray nach heutigem Stand noch erste Wahl. Der Blu-ray-Standard ist aber nicht mehr ganz jung und hat jenseits der klassischen Spielfilme etliche Einschränkungen, z. B. beherrscht er nicht die Formate 1080/50p und 1080/60p. Lediglich für 3D-Filme wurde der Standard nachträglich leicht erweitert, aber entsprechende Player sind eine wenig nachgefragte Nische geblieben.

Kürzlich wurde unter dem Namen "Ultra-HD-Blu-ray" (UBD) sogar noch ein offizieller Nachfolgestandard vorgestellt, der nun Filme in UHD-Auflösung enthalten kann. Die Erfolgsaussichten der UBD gelten zumindest in den Industrieländern als gering, da die Zukunft klar der Internet-Verbreitung von Inhalten (Streaming oder Download) gehört. In Ländern mit schlechter Internet-Infrastruktur mag die Ausgangssituation etwas anders aussehen.
Ob die UBD bald wieder ganz vom Markt verschwindet oder sich zumindest einen stabilen Marktanteil im anspruchsvollen Heimkino-Markt sichert, bleibt abzuwarten. Ein Massenerfolg wird sie bestimmt nicht.

Internet-Streaming

Das Internet spielt als Verbreitungs- und Vertriebsweg für Filme eine immer größere Rolle. Über Streaming-Boxen oder -Sticks kann man sich Filme und Serien als kostenpflichtigen Download bzw. Abonnement ins Wohnzimmer holen und braucht dann kein physikalisches Medium mehr kaufen. Entsprechende kostenpflichtige Video-on-Demand-Angebote gibt es eine ganze Reihe. Hinzu kommen kostenlose (werbefinanzierte) Videoportale wie YouTube oder Vimeo.

Dies alles funktioniert nur dort richtig gut, wo schnelle Internetzugänge zur Verfügung stehen - und das traf in Deutschland früher nur auf Ballungsräume zu. Durch staatliche Förderprogramme wird nun jedoch schnelles Internet auch in ländliche Gebiete einziehen: Bis Ende 2018 sollen nahezu überall in Deutschland mindestens 50 MBit/s im Download zur Verfügung stehen - was selbst für Ultra-HD-Streams ausreichen dürfte. Der Siegeszug von Video-on-Demand ist also nur eine Frage der Zeit - so wie Musikdownloads in den meisten Bereichen die CD verdrängt haben.

Fotos über HD-Fernseher anschauen

Ein hochauflösender Flachbildfernseher bietet sich an, um digitale Fotos vorzuführen. Besonders UHD sammelt hier Pluspunkte: Die Wiedergabe von Fotos ist derzeit eine der wenigen sinnvollen Anwendungen für einen Ultra-HD-Fernseher. Mit 3840 x 2160 Pixeln bekommt man auf riesigen Bildschirmen noch detailscharfe Aufnahmen, oder man kann in alter Diavorführungs-Manier ganz nah an den Bildschirm herantreten und sich Details genauer anschauen - immer vorausgesetzt, das gezeigte Bild ist wirklich so scharf aufgenommen, wie der Standard erlaubt.

Einen Nachteil hat die Sache gegenüber früheren Diavorführungen: Leider stimmt das Seitenverhältnis der Kameras meist nicht mit 16:9 überein und verursacht daher schwarze Streifen links und rechts (die meisten Digitalfotos werden in 4:3 oder 3:2 aufgenommen - von Hochformaten ganz abgesehen). Das ist nicht zu ändern - es sei denn, man beschneidet die Bilder vorher.

Foto-Wiedergabefunktionen direkt im Fernseher werden immer mehr zum Standard, so dass externe Zuspielgeräte entfallen können: Der Fernseher hat dazu eine USB-Buchse, wo man direkt ein Speichermedium anstecken kann. Es gibt auch Fernseher, die über LAN und/oder WLAN auf Datenquellen zugreifen können.

Die genannten Lösungen sind aber nur für die manuelle Vorführung einzelner Bilder geeignet. Für die Vorführung richtiger Diaschauen mit Ton ist ein HD- oder UHD-Videoformat erforderlich.

Statt des integrierten Players eignet sich als Zuspieler für Bilder und Bilderschauen auch ein Notebook mit HDMI-Ausgang. Das alles gilt aber in erster Linie für Bilderschauen in 1920 x 1080 Pixeln. Geräte, die auch Videoformate in 3840 x 2160 Pixeln abspielen können, sind noch relativ schwer zu finden.

Selber in HDTV filmen

Der Markt für aktive Filmer ist dem Rest der Unterhaltungselektronik-Branche stets ein paar Jahre voraus. Schon vor Start der ersten regulären HDTV-Fernsehsender kamen die ersten hochauflösenden Camcorder auf den deutschen Markt. Heute können neben den Camcordern auch nahezu alle Fotokameras in HD filmen; es dominieren AVCHD und MP4-Formate auf Basis von H.264-Kompression.
Viele aktuelle Geräte beherrschen sogar schon Ultra-HD-Auflösung - allerdings noch mit begrenzter Framerate von maximal 25 oder 30 fps und von daher noch nicht für alle Anwendungen optimal. Aber die Geräte, die Ultra-HD mit 50 oder 60 fps aufnehmen, stehen in den Startlöchern.

Die heutigen Verfahren sind nicht mehr auf ein bestimmtes Aufnahmemedium (wie früher das Magnetband) festgelegt; mittlerweile werden in Camcordern und Fotokameras hauptsächlich fest verbauter Flash-Speicher und SD-Speicherkarten verwendet. Festplatten- und Disc-Formate sind vom Markt verschwunden.
Tatsächlich spielt das Aufnahmeformat gar keine große Rolle mehr, da man die Videos ohnehin mittels Computer bearbeitet und archiviert. Es gibt in Form der Blu-ray-Disc ein billiges HD-Distributionsformat, und langfristig werden Filme wohl hauptsächlich übers Internet verbreitet. Im privaten Bereich werden auch gerne USB-Sticks verwendet, die man an vielen Fernsehgeräten direkt anstecken kann (auch wenn längst nicht jeder Fernseher jedes Videoformat versteht).

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: Januar 2017

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