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Im Ausland deutsches Fernsehen und Radio empfangen

Wer sich als Deutscher im Ausland aufhält, möchte über das Leben in Deutschland informiert bleiben. Dies gilt schon für Urlauber, erst recht aber für Leute, die im Ausland leben und arbeiten. Da stellt sich natürlich die Frage, ob und wie man im Aufenthaltsland deutsches Fernsehen oder wenigstens Radio empfangen kann.

Die Binsenweisheit lautet, dass der Empfang deutschen Fernsehens komplizierter wird, je weiter man sich geografisch von Deutschland entfernt. Das gilt insbesondere für die klassische, lineare Ausstrahlung via Antenne, Satellit und Kabel. Allerdings spielt auch das Internet eine wachsende Rolle bei der Verbreitung von Fernseh- und Radioprogrammen. Findet man einen ausreichend schnellen Internetzugang, können Internet-Angebote daher eine interessante Alternative sein - wenn auch noch nicht ohne Probleme und Einschränkungen im Detail.

Welche Möglichkeiten wo gegeben sind (und worauf man im Einzelfall achten muss), will diese Seite auflisten.
Sollte ich irgendwas übersehen haben, bitte ich um Mitteilung.

Satelliten- und Kabelempfang
- Kabelfernsehen in Nachbarländern
- Satellitenempfang über Astra
- Satellitenempfang über Hotbird (auch naher Osten)
- 'DeuKom' (Südafrika)
- 'DishNetwork' (USA, Kanada, tw. Mittel- und Südamerika)
- Amerikanisches Kabelfernsehen
- 'Deutsche Welle TV' über Exoten-Satelliten oder Kabel (fast weltweit)

Deutsche Radiosender über Mittel- und Kurzwelle sowie DRM

Video- und Audiostreams übers Internet
- Streams direkt vom Sender
- Streaming-Dienste
- Video-On-Demand (Mediatheken)
- Online-Videorecorder
- Eigener Streamingserver

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Satelliten- und Kabelempfang

Kabelempfang ist - gerade wenn man in einem Land noch fremd ist - die denkbar einfachste Variante. Leider ist das Angebot deutscher Sender in ausländischen Kabelnetzen (wenn überhaupt vorhanden) sehr eingeschränkt. Darf man an der Wohnung keine Satellitenschüssel montieren und hat man auch keinen ausreichend schnellen Internetzugang, können die deutschen Programme im Kabel die einzige Möglichkeit bleiben.

Der digitale Satellitenempfang bietet dort, wo er technisch und rechtlich möglich ist, unterm Strich die beste Option des grenzüberschreitenden Empfangs - schon allein wegen der großen Senderauswahl. Allerdings strahlen auch Satelliten nicht mit unbegrenzter Reichweite: Um die Leistung des Satelliten bestmöglich zu nutzen, wird das Zielgebiet durch speziell geformte Senderreflektoren eingeschränkt. Daraus ergibt sich ein Kerngebiet optimalen Empfangs, das von immer schwächer versorgten Gebieten eingekreist wird. Je weiter man sich also aus dem zentralen Beam des Satelliten entfernt, umso schwächer ist der Empfang und umso größer muss die verwendete Satellitenschüssel sein. Hinzu kommt, dass verschiedene Transponder derselben Satellitenposition unterschiedlich große Beams haben können; im Grenzbereich sind dann z. T. nur noch einige der Programme zu empfangen.

Eine optische Darstellung der Ausleuchtzone eines Satelliten nennt man in Anlehnung an ihr Aussehen Footprint. Solche Footprints geben Auskunft darüber, wo man einen bestimmten Satelliten mit welcher Stärke (und damit welcher Schüsselgröße) empfangen kann. Allerdings ist z. T. auch außerhalb der aufgezeichneten Bereiche noch Empfang möglich, wenn man eine deutlich größere Schüssel benutzt. Im Zweifelsfall sollten Sie in einem themenbezogenen Forum nachfragen, ob jemand Erfahrung mit Empfang in Ihrem Zielgebiet hat.

Kabelfernsehen in Nachbarländern
Die Kabelgesellschaften in einigen Nachbarländern Deutschlands speisen auch ein paar reguläre deutsche Sender in ihr Angebot mit ein (insbesondere in den Grenzregionen, aber teilweise auch darüber hinaus). Wer in einer solchen Region wohnt und mit einem Grundangebot von wenigen Sendern auskommt, ist damit vielleicht schon hinreichend bedient. Der Vorteil ist, dass man einen vor Ort vorhandenen Kabelanschluss ohne Modifikationen einfach weiterverwenden kann und sich nicht um die Installation einer Empfangsanlage kümmern muss.
In bestimmten Ländern gibt es deutsche Programme nur gegen eine zusätzliche Gebühr, also in Form von Pay-TV. Dann muss man genau hinschauen und die monatlichen Kosten gegen andere Möglichkeiten (Satellitenempfang oder Internet) abwägen.

Da es in den meisten Ländern gleich mehrere Kabelanbieter gibt und das Angebot sich auch regional unterscheiden kann, wäre eine komplette Übersicht an dieser Stelle zu aufwendig. Es sollte aber kein Problem sein, sich vor Ort (z. B. bei den dortigen Nachbarn) über das Angebot zu informieren. Kennt man einmal den Namen der zuständigen Kabelgesellschaft, findet man meist auch im Internet genügend Informationen zum Angebot.

Astra-Satelliten
Die Astra-Satelliten auf der Orbitalposition 19,2° Ost bedecken den Großteil Europas sowie die Kanaren. Neben den gängigen deutschen Fernsehsendern sind über Astra auch alle öffentlich-rechtlichen sowie eine Vielzahl privater Radiosender zu empfangen.

In den Randgebieten muss man unterscheiden, welcher Beam für den jeweiligen Transponder verwendet wird; man kann das z. B. in der Astra-Liste bei Lyngsat sehen (zweite Spalte von rechts). Die meisten folgen zwei verschiedenen Auslegungen (hier und hier), die sich nur geringfügig unterscheiden. Wenige weitere Transponder nutzen den sogenannten Widebeam; der hat Schwächen im Norden, reicht dafür aber im Südwesten umso weiter: Es wird der Großteil der Türkei, der Norden Libyens und Agyptens sowie ein Teil des Nahen Ostens bis runter nach Saudi-Arabien erreicht. Leider betrifft der Widebeam nur ein paar zweitklassige Sender.

Fürs Astra-Kerngebiet genügen 60 cm, für die offiziellen Footprint-Außenbereiche braucht man Schüsseln mit 120 cm Durchmesser. Benutzt man Schüsseln mit erheblich größeren Durchmessern, lässt sich das Gebiet noch ein kleines Stück über den offiziellen Footprint hinaus dehnen.

Hotbird-Satelliten
Die Hotbird-Satelliten auf 13° Ost werden wegen ihres breiteren Sendegebietes dann interessant, wenn man sich außerhalb des Astra-Gebietes befindet. Leider sind die meisten deutschsprachigen Sender mittlerweile von Hotbird verschwunden, so dass nur noch ein kleines Grüppchen (ZDF, Arte, SRF Info) geblieben ist - aber immerhin besser als nichts. (Die Hotbird-Liste bei Lyngsat zeigt stets den aktuellen Stand.) An deutschsprachigen Radios bietet Hotbird lediglich ein paar Varianten von DW-Radio sowie die DRS-Radioprogramme aus der Schweiz.
Der Footprint erstreckt sich im Süden auf den Nordteil Algeriens, Libyens, Ägyptens und Saudi-Arabiens. Im Osten sind Kasachstan und etwa die westliche Hälfte Russlands erreichbar. Im Westen und Nordwesten sind auch die Azoren, Island und ein kleiner Teil Grönlands von Hotbird ausgeleuchtet. Allerdings sind in den Randbereichen für Hotbird-Empfang bereits Schüsseln von mehreren Metern Durchmesser erforderlich.

DeuKom - Südafrika
Wenn Sie in Südafrika wohnen, können Sie über DeuKom acht deutsche Fernsehprogramme (ARD, ZDF, RTL, Sat1, Pro 7, 3Sat, EuroNews und DW-TV) sowie drei Radioprogramme (Bayern 1, Bayern 3 und Klassik Radio) abonnieren. Die Programme werden live zugeführt und sind Teil eines südafrikanischen Pay-TV-Dienstes. Das nötige Sat-Equipment bekommen Sie von DeuKom gestellt.

Rein technisch klappt der Empfang von DeuKom auch in einigen angrenzenden Gebieten bis hinauf nach Sambia. Allerdings ist dort kein offizielles Abo erhältlich, so dass Sie es sich über Zwischenhändler oder Bekannte in Südafrika beschaffen müssen. Außerhalb des Kerngebietes müssen Sie größere Schüsseldurchmesser benutzen, können also meist nicht die von DeuKom mitgelieferte Schüssel verwenden.

DishNetwork - USA
In den USA werden über die Satellitenplattform Dish Network ein paar deutsche Sender als Pay-TV angeboten:

Unter dem Namen ProSiebenSat.1 Welt gibt es ein Auslandsfernsehen der Pro7-Sat1-Gruppe mit Serien, Nachrichten und Sportereignissen. My German TV übernimmt hauptsächlich Unterhaltungsprogramm von den Öffentlich-Rechtlichen. My German TV+ ist spezialisiert auf ausgewählte Sportereignisse aus Deutschland und Europa; insbesondere gehören dazu alle Spiele der Fußball-Budesliga. Ergänzend gibt es mit der deutschen Variante von EuroNews sowie DW-TV noch zwei reine Nachrichtensender (wobei DW-TV mittlerweile überwiegend auf Englisch oder Spanisch sendet, also kein klassisch deutschsprachiger Sender mehr ist).

Rein technisch klappt der Empfang von DishNetwork auch in Teilen Kanadas und Mittelamerikas. Allerdings ist diesen Ländern kein offizielles Abo erhältlich, so dass Sie es sich über Zwischenhändler oder Bekannte in den USA beschaffen müssen. Außerhalb des Kerngebietes müssen Sie größere Schüsseldurchmesser benutzen, können also nicht die von DishNetwork mitgelieferte Mini-Schüssel verwenden.

Amerikanisches Kabelfernsehen
DW-TV gibt es außer bei Dish Network auch in einigen nordamerikanischen Kabelnetzen, in Kanada, in ausgewählten Kabelnetzen Mexikos sowie in Chile. Auch ProSiebenSat1.Welt bemüht sich um Einspeisung in immer mehr Kabelnetze in den USA und Kanada; ein Vergleich der örtlich verfügbaren Angebote lohnt daher.

Anders als in Deutschland ist in Nordamerika fast das komplette Programm verschlüsselt und kostenpflichtig, also es gibt praktisch keinen freien Satellitenempfang. Deshalb ist dort Kabelfernsehen nicht unbedingt teurer als Satellitenfernsehen.

Deutsche Welle TV über Satellit und Kabel - fast weltweit
Der einzige deutsche Sender, den Sie außerhalb der Astra- und Hotbird-Region frei vom Himmel holen können, ist die deutschsprachige Variante des staatlichen Auslandsprogramms Deutsche Welle TV (DW Deutsch und DW Deutsch+). Die notwendigen Empfangsanlagen sowie die Schüsselgrößen unterscheiden sich je nach Satellitenposition, Sendenorm und Sendefrequenz. Ob sich der freie Empfang im Einzelfall lohnt, müssen Sie im Vergleich zu alternativen Empfangsmöglichkeiten abwägen: Deutsche Welle TV wird zusätzlich weltweit in vielen Kabelnetzen und Pay-TV-Satellitenpaketen angeboten. Oft ist der Empfang damit - trotz monatlicher Kosten - weniger aufwendig als der freie Satellitenempfang.

Bitte beachten: Aus heutiger Sicht ist der Empfang der Deutschen Welle mittels aufwendiger Satellitenanlagen nur noch ein Notnagel - also nur noch in den wenigen Fällen zu empfehlen, wo Sie sonst gar kein Programm aus Deutschland mehr bekommen könnten. Sobald Sie vor Ort einen hinreichend schnellen Internetzugang haben und darüber andere Angebote nutzen können (siehe weiter unten), lohnt sich der Empfang der Deutschen Welle nicht mehr.

 

Radiosender auf Mittel- und Kurzwelle sowie DRM

Schon zu Opas Zeiten bekannt war der weltweite Empfang von deutschen Radiosendern auf Mittel- und Kurzwelle. Mittelwelle erreicht(e) weite Teile Europas, Kurzwelle auch den Rest der Welt. In Zeiten des Internet-Radios (siehe nächster Abschnitt) wird diese Empfangsart zunehmend uninteressant - noch dazu, da die Tonqualität für heutige Ohren mehr als bescheiden klingt.
Solange man in Europa unterwegs ist, findet man auf Mittelwelle noch das Deutschlandradio, den Deutschlandfunk und einzelne ARD-Sender. Man braucht dazu nur einen kleinen Weltempfänger, also weder Satellitenschüssel noch Kabelanschluss oder Internetzugang. Auf dieser Seite (die schon nicht mehr ganz aktuell ist) gibt es noch Angaben dazu. Allerdings haben viele deutsche Sender ihre Mittelwellenausstrahlung inzwischen eingestellt oder planen die Einstellung in nächster Zeit.

Schon seit vielen Jahren im Versuchsstadium befindet sich die Ausstrahlung in der digitalen Kurzwellennorm DRM (Digital Radio Mondiale), die dank MPEG4-Codierung in etwa UKW-Qualität erreicht und langfristig die bisherige analoge Kurzwelle ablösen soll bzw. sollte. Entsprechende Radioempfänger und USB-Lösungen für vorhandene Computer sind zumindest vereinzelt am Markt zu finden.
Wie weit sich DRM noch durchsetzt, ist fraglich. Es gibt Länder (besonders in Afrika), wo aufgrund mangelhafter Infrastruktur die DRM-Norm als interessante Alternative für lokale Radioausstrahlung gilt. In den Industrieländern sieht das ganz anders aus: Die Deutsche Welle und andere deutsche Radioanbieter haben ihre DRM-Ausstrahlung nach Ende der Versuchsphasen wieder eingestellt. Für Deutsche im Ausland bietet DRM also im Augenblick nichts.

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Video- und Audiostreams via Internet

Immer mehr an Bedeutung gewinnt die Ausstrahlung von Radio und Fernsehen via Internet. Manche Experten gehen sogar davon aus, dass das Internet langfristig alle anderen Empfangswege ablösen wird. (Das war in Deutschland auch einer der Gründe für die Einführung einer Haushaltsabgabe anstelle einer geräteabhängigen Rundfunkgebühr.)
Man unterscheidet Live-Streams (das aktuelle Programm live, nur durch die paketweise Übertragung bedingt um bis zu 30 Sekunden verzögert) und Streams-On-Demand (Sendungen oder Ausschnitte von Sendungen, die man jederzeit abrufen kann).
Verwendet der Anbieter ein zeitgemäßes Format (z. B. HTML5-Video) sollte ein moderner Browser das Abspielen solcher Inhalte schon von sich aus beherrschen. Für Internetseiten, die noch Flash-Video oder andere veraltete Formate verwenden, muss ein pasender Player als PlugIn installiert sein (was z. B. in Internetcafés nicht vorausgesetzt werden kann - und an den meisten Smartphones und Tablets gar nicht mehr möglich ist).

Sehr unterschiedlich ist die zum Empfang nötige Bandbreite; im Idealfall benutzen Sender einen Multistream, so dass sich die Datenrate (und damit die Qualität) an die verwendete Verbindung anpassen lässt. Radiosender kann man durchaus schon mit einer Datenrate von 30 bis 40 kbps ordentlich hören. Diese Übertragung ist notfalls bereits mit einer Modem-Verbindung zu empfangen. Und selbst Radiostreams in höchster Qualität brauchen nicht mehr als 320 kbps.
Fernsehsender wird man mit solchen Bandbreiten jedoch nicht befriedigend sehen können; hierfür sind Bandbreiten von 1000 kbps und mehr zu empfehlen (also ein DSL-2000-Zugang oder Vergleichbares), und selbst dann entspricht die Qualität noch nicht dem, was wir von konventioneller Ausstrahlung gewohnt sind. Für richtig gutes, stabil empfangenes Online-Video in HD-Qualität gilt heute ein DSL-16.000-Anschluss als Mindestvoraussetzung.

Das Schöne an Streaming-Video und -Audio ist, dass man es im Prinzip weltweit überall sehen oder hören kann, wo ein stabiler Internetzugang zur Verfügung steht. Auf die Empfangssicherheit herkömmlicher Empfangswege darf man allerdings noch nicht bauen, denn das Internet hat zeitweise unter Datenengpässen zu leiden, die dann für Live-Streams besonders fatal sind; speziell breitbandige HD-Fernsehübertragungen werden noch nicht zu jeder Zeit am anderen Ende der Welt ohne Aussetzer ankommen. Mit zunehmendem Ausbau weltweiter Datenverbindungen dürfte das Problem geringer werden.
Und selbst wenn die technische Seite alle Voraussetzungen erfüllt, kann man noch nicht überall auf feien Empfang hoffen. Aus urheberrechtlichen Gründen werden nämlich nicht alle Internetangebote überall auf der Welt zugänglich gemacht, sondern auf bestimmte Regionen beschränkt (was offenkundig der Grundindee des Internet widerspricht). Man kann grundsätzlich alle diese Beschränkungen umhgehen - aber je nachdem, wie raffiniert der Anbieter den Schutz einrichtet, kann das schon einen spürbaren Aufwand bedeuten (z. B. monatliche Kosten für einen stabilen Proxydienst).

Streams direkt vom Sender
Aus Deutschland gibt es Radiostreams in reicher Auswahl. Die meisten Häuser der ARD beteiligen sich mit mehreren ihrer Radiosender, und auch viele der Privatradios sind im Netz zu empfangen. Aufgrund der geringen Bandbreiten sind Störungen eher selten. Die Chance, den eigenen Lieblingssender fernab der Heimat reinzubekommen, stehen also gut. Entsprechende Links finden sich auf den Homepages der jeweiligen Sender.

Weniger freigebig sind Fernsehsender, so dass hier das Angebot beschränkt ist. Dies hat in erster Linie lizenzrechtliche Gründe. Am leichtesten tun sich Sender, die zu 100 % Eigenproduktionen ausstrahlen und somit etwas unabhängiger von Lizenzgebern sind. Folgerichtig sind es auch eher Nachrichten- und Shoppingsender, deren Programm als Live-Videostream zugänglich ist.
Immerhin gibt es als Alternative inzwischen senderübergreifende Streaming-Dienste, siehe nächster Abschnitt.

Streaming-Dienste
Anbieter wie Zattoo und MagineTV erlauben ein Live-Streaming von Fernsehsendern, die eine solche Möglichkeit selbst nicht anbieten können oder wollen. Ist man bei einem dieser Dienste angemeldet, bekommt man eine ganze Reihe deutscher Fernsehsender live auf den Computerbildschirm, das Tablet oder das Smartphone gestreamt (nur mit der Internet-typischen Verzögerung von vielleicht zwanzig Sekunden).
Beschränkt man sich dabei auf öffentlich-rechtliche Sender, ist das Angebot kostenlos. Privatsender gibt es gegen eine monatliche Gebühr.

Der Haken an der Sache für Auslandsdeutsche: Die deutschen Sender sind nur empfangbar, wenn man von Deutschland aus ans Internet geht. Das hat etwas mit regionalen Sendelizenzen zu tun - und es wird durch wirksame technische Sperren sichergestellt.

Es gibt Möglichkeiten, die Sperren zu umgehen. Ein gängiges Verfahren hierzu ist der Zugang über einen sogenannten Proxyserver in Deutschland: Der Proxyserver täuscht dem Streamingdienst vor, man greife von Deutschland aus zu. In Wirklichkeit werden die Daten aber dorthin weitergereicht, wo man sich gerade aufhält.
Es gibt sogar kostenlose Proxys, aber aufgrund der erheblichen Datenmengen beim TV-Streaming wird man eine zuverlässig funktionierene Lösung nur gegen eine monatliche Gebühr bekommen; das kommt also ggfs. zur Grundgebühr für den Streamingdienst dazu. Außerdem versuchen die Streamingdienste, solche Tricks durch weitere Absicherungen zu verhindern - z. B. durch die Sperre von IP-Adressen, die bekanntermaßen zu einem Proxyserver gehören. Der Proxy kann dann seine IP-Adresse kurzfristig ändern, so dass es wieder eine Zeitlang funktioniert. Aber es bleibt ein Katz- und Mausspiel zwischen denen, die die Sperren durchsetzen müssen, und denen, die sie umgehen. Man kann sich nie darauf verlassen, dass ein einmal gefundener Trick auf Dauer funktioniert - muss also ständig auf dem Laufenden bleiben und ggfs. die Vorgehensweise wieder anpassen.

Video-On-Demand (Mediatheken)
Breit gefächert ist das Angebot an Videostreams-On-Demand, die man rund um die Uhr abrufen kann - oft schon kurz, nachdem sie in Deutschland erstmals gesendet wurden (und danach für sieben Tage). Großer Vorteil - neben der meist kostenlosen Verfügbarkeit - ist die zeitliche Unabhängigkeit: Man schaut sich eine Sendung an, wann man gerade Zeit und Lust hat. Für Leute, die sich weit außerhalb der mitteleuropäischen Zeitzone aufhalten, ist das ein erheblicher Vorteil - aber auch andere Reisende und Berufstätige können sich nicht immer nach Ausstrahlungszeiten richten.

Die ältesten und prominentesten Angebote dieser Art sind jene der ARD Tagesschau und des ZDF-Heute-Journals. Daneben findet sich in den sogenannten Mediatheken der Sender eine Menge weiterer Videostreams mit kürzlich ausgestrahlten Informations- und Unterhaltungssendungen. Auch die Privatsender stellen mittlerweile fast alle eigenproduzierten Sendungen kostenlos für jeweils eine Woche ins Netz; allerdings muss man sich dort - verständlicherweise - jede Menge Werbung mit anschauen.
Die Eigenproduktionen der Sender sind heute komplett vertreten. Bei zugekauftem Material (Spielfilme, internationale Reportagen, Sport etc.) hängt es davon ab, wie die Nutzungsverträge aussehen; einige Sachen dürfen nach wie vor nur live gesendet und nicht in den Mediatheken angeboten werden.

Eine grundsätzliche Sperre, Sendungen vom Ausland aus abzurufen, gibt es in den Mediatheken der deutschen Fernsehsender nicht; die Beschränkung der Sendelizenz auf Deutschland gilt ja nur für die Live-Ausstrahlung und nicht für den späteren Abruf.
Allerdings kann es vorkommen, dass einzelne Sendungen, die urheberrechtlich problematisch sind, dann doch auf den Abruf aus Deutschland beschränkt sind (sofern sie in den Mediatheken nicht schon komplett fehlen). Das betrifft in erster Linie einige zugekaufte Filme/Serien und Sportereignisse. Im Extremfall kann es sogar passieren, dass eine ganze Nachrichtensendung nicht mehr aus dem Ausland abgerufen werden darf, nur weil geschützte Aufnahmen eines internationalen Fußballspiels oder einer Olympia-Übertragung enthalten sind.
In solchen Fällen bleiben nur die Tricks, die oben für Live-Streams beschrieben wurden.

Und eine Sache können die Mediatheken schon prinzipbedingt nicht bieten: die echte Live-Übertragung. Es gibt halt immer noch Sendungen, die nur live richtig interessant sind (z. B. Fußballspiele).

Online-Videorecorder
Nicht alle Sendungen stehen von Senderseite als Streams-On-Demand zur Verfügung. Die Betreiber der Seiten 'Save.tv', 'Shift.tv' und 'Bong.tv' füllen diese Lücke und bieten gegen monatliche Gebühr einen "Online-Videorecorder": Man kann sich dort Sendungen aus verschiedenen deutschen Sendern aussuchen und aufzeichnen lassen. Zugriff darauf hat man dann mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung in Form einer Streamingdatei, die man von jedem weltweiten Breitband-Internetzugang aus herunterladen und ansehen kann.

Leider gab es in der Vergangenheit immer wieder rechtliche Streitigkeiten zwischen den Betreibern der Online-Videorecorder und einzelnen Sendern, weshalb das Senderangebot noch nicht vollständig ist (z. B. fehlt derzeit RTL). Dafür sind die Angebote frei von regionalen Sperren und funktionieren dank der Download-Möglichkeit zur Not auch von langsamen Internetzugängen aus; man muss dann nur genug Geduld aufbringen, bis eine Datei heruntergeladen ist.

Privater Streamingserver
Aus lizenzrechtlichen Gründen verzichten die meisten kommerziellen Fernsehsender darauf, Live-Streams ihres Programmes ins Internet zu stellen, so dass man Sendungen erst später "On Demand" anschauen kann. Selbst die Streaming-Dienste und Online-Videorecorder enthalten noch nicht alle Programme (z. B. fehlen die meisten Regionalsender).
Nicht unerwähnt lassen will ich daher eine alternative Empfangsmethode, die mit zunehmender Verfügbarkeit von Breitband-Internetzugängen an Bedeutung gewinnt. Die Rede ist von der Moglichkeit, selbst einen privaten Streamingserver einzurichten. Man muss dazu irgendwo in Deutschland oder Europa eine Empfangsanlage (z. B. Satellitenschüssel und -receiver) installieren oder sich an eine vorhandene Empfangsanlage anschließen (z. B. im Keller von Freunden, falls man selber keine Wohnung mehr in Deutschland hat) und mittels geeigneter Technik die gewünschten Programme auf eine übertragbare Bandbreite reduzieren. Weiterhin braucht man einen Internetzugang mit schnellem Upstream, um den Videostream live ins Internet zu senden. Am anderen Ende, also am neuen Wohnort, braucht man zumindest einen breitbandigen Downstream, um das Programm zu empfangen. Der Server, der das Programm streamt, wird vom Empfangsort aus ferngesteuert. So kann man jeden Sender nahezu live übertragen - wenngleich in verschlechterter Bildqualität (abhängig von der verfügbaren Bandbreite). Man hat im Gegensatz zur Nutzung von Streaming-Diensten keinerlei rechtliche Einschränkung und kann absolut alles, was man am Empfangsort reinbekommt, weiterstreamen.

Anfangs brauchte man für ein solches Vorhaben einen sehr leistungsstarken Computer/Server, der kompliziert konfiguriert und für jederzeitigen Zugriff 24 Stunden am Netz gehalten werden musste. Später kamen dafür erschwingliche Geräte wie Slingbox oder PCTV Broadway auf den Markt, die im Standby nicht viel Strom brauchen und auch von interessierten Laien eingerichtet werden können.
Aufgrund des notwendigen Internetzugangs in Deutschland/Europa bleibt der private Streamingserver trotzdem eine Empfangsvariante für die hartgesottenen Fernseh-Fans unter den Auswanderern - noch dazu, da inzwischen mit Streaming-Diensten, Mediatheken und Online-Videorecordern einfachere Alternativen zur Verfügung stehen.
Anders sieht es aus, wenn man in Deutschland ohnehin einen schnellen Internetzugang unterhält und das Streaming nur zeitweise (z. B. im Urlaub oder auf Geschäftsreisen) benötigt; der Aufwand beschränkt sich dann auf die Anschaffung einer Streaming-Box.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: September 2015

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