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Empfang britischer Sender von Astra 2E/2F
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Fragen und Antworten zu HD Plus (Privatsender in HDTV)

Einkabelsysteme und Kanalaufbereitung
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5]

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Narrensicherer Sat-Empfang - Hilfe für technisch unbegabte Mitmenschen
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]

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Britische Fernsehsender in Deutschland empfangen

ENGLISH VERSION

Zahlreiche englischsprachige Fernsehsender aus Großbritannien sind unverschlüsselt via Satellit zu empfangen, und zwar auf der Satellitenposition 28,2° Ost (auch als "Astra 2" bezeichnet).
Allerdings erfolgt die Ausstrahlung der meisten Sender nicht gleichmäßig über Europa, sondern auf die britischen Inseln fokussiert. Dies schränkt die Empfangsmöglichkeit in der Osthälfte Deutschlands massiv ein.

Ein schon lange geplanter Umzug der Sender auf neue Satelliten wurde am 11.02.2014 abgeschlossen. Ursprünglich waren sie von Astra 2D ausgestrahlt worden, dann übergangsweise von Astra 1N. Die neuen Satelliten Astra 2E und 2F besitzen einen noch stärker auf Großbritannien fokussierten Spotbeam, d. h. der Empfang in der Osthälfte Deutschlands bedingt jetzt noch größere Schüsseln als zu Zeiten von Astra 2D.
Vielen Zuschauern im mittleren und östlichen Teil Deutschlands ist durch die Umstellung der Empfang verlorengegangen; wenn sie nicht auf den Großteil der britischen Sender verzichten wollen, müssen sie jetzt auf größere Schüsseldurchmesser umrüsten.
Immerhin haben die neuen Satelliten eine geplante Lebensdauer von 15 Jahren, d. h. man darf davon ausgehen, dass sich die Empfangssituation mindestens bis zum Jahr 2027 nicht mehr wesentlich ändert.

Es liegen noch zu wenige Erfahrungswerte vor, um zuverlässig sagen zu können, welcher Schüsseldurchmesser wo benötigt wird. Ganz grob kann man feststellen: Im westlichen Drittel Deutschlands ist der Empfang problemlos möglich; je weiter östlich man wohnt, umso größere Schüsseldurchmesser werden benötigt. Offenbar sind Astra 2E und 2F ähnlich, aber nicht komplett deckungsgleich.
Die folgende Karte ist nur als Entwurf gedacht und erhebt noch keinen Anspruch auf Präzision:

Unter constantinmedia.com gibt es interaktive Karten mit echten Empfangsmeldungen von Nutzern:
Interaktive Karte für den UK-Spotbeam von Astra 2E
Interaktive Karte für den UK-Spotbeam von Astra 2F
Eine weitere Karte, die aus Erfahrungswerten zu Astra 2F zusammengestellt wurde, gibt es hier:
UK-Spotbeam-Karte bei Google-Maps
Sie können einen Beitrag zu diesen Karten leisten, indem Sie Empfangsdaten Ihres Standortes melden. Je mehr Nutzer sich beteiligen, umso genauer können die Karten werden.

In der Sendertabelle bei FlySat kann man in der Spalte "Foot Prints" sehen, welche Sender derzeit von welchen Satelliten ausgestrahlt werden. Kritisch sind "2E UK" und "2F UK", also die UK-Spotbeams von Astra 2E und 2F. Hingegen die Sender, die unter "European" oder "Super" gelistet sind, können überall in Deutschland (auch mit kleineren Schüsseln) gut empfangen werden.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Transponder gleich stark ausgestrahlt werden. Im Grenzbereich sind evtl. einige Sender noch empfangbar, während andere schon instabil sind. HDTV-Sender sind meist etwas schwächer als SDTV-Sender.
Der Empfang ist nicht den ganzen Tag über gleich; in der Regel ist der Empfang tagsüber besser als abends, aber mancherorts ist es genau umgekehrt. Es gibt sogar die Theorie, dass sich die Position der Satelliten im Jahreslauf ändert - und dadurch der Empfang im Sommer etwas schwächer, im Winter etwas stärker ist.
Außerdem gibt es die Theorie eines östlichen "Auslegers" von Astra 2F: Er erlaubt noch etwas Empfang in der Gegend zwischen Berlin und Dresden - obwohl auf der Linie zwischen Schwerin und Leipzig der Empfang nahezu unmöglich ist.

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Fragen und Antworten

Was ist aus dem bekannten Satelliten "Astra 2D" geworden?
Er war am Ende seiner Lebensdauer angelangt und wurde abgeschaltet. Informationen, die sich speziell auf den Empfang von Astra 2D beziehen, sind somit veraltet.

Muss ich nach dem Umzug der Sender auf Astra 2E und 2F am Receiver etwas umstellen?
Nein. Die Frequenzen bleiben dieselben. Sofern der Empfang an Ihren Wohnort mit Ihrer Empfangsanlage weiterhin möglich ist, werden Sie von dem Umzug gar nichts merken.

Was brauche ich im einfachsten Fall, um in Deutschland die freien britischen Sender zu empfangen?
Sie brauchen einen handelsüblichen digitalen Satellitenreceiver, ein LNB und eine Satellitenschüssel in der richtigen Größe. Welche Schüsselgröße mindestens nötig ist, hängt von Ihrem Standort ab - siehe Karte und Informationen oben.

Kann ich mit derselben Schüssel auch deutsche Sender empfangen?
Deutsche und britische Sender werden von verschiedenen Satellitenpositionen ausgestrahlt, d. h. die Schüssel muss für deutsche Sender anders ausgerichtet werden als für englische Sender. Mit Hilfe von "schielenden" LNBs (Multifeed-Empfang) kann man die zwei Satellitenpositionen aber behelfsweise mit einer einzigen Schüssel und einem einzigen Receiver empfangen. Nähere Angaben zur technischen Umsetzung finden Sie in der Einführung sowie auf der Multifeed-Seite.

Welche britischen Sender kann ich auf diesem Weg sehen?
Frei über Satellit ausgestrahlt werden z. B. BBC 1/2/3/4, ITV 1/2/3/4, Channel 4, E4, More 4, Film 4, Five, Five USA, Five Star, CBS Drama, CBS Reality, CBS Action, Horror Channel, True Movies 1/2, Movies4Men, Food Network UK, Travel Channel - und viele weitere. Eine vollständige Liste finden Sie unter freesat.co.uk.

Kann ich überhaupt keine britischen Sender sehen, wenn ich zu weit im Osten wohne?
Doch. Die Sender, die auf den paneuropäischen Beams ausgestrahlt werden, kann man auch im Osten Deutschlands mit Schüsseln ab 60 cm Durchmesser empfangen. Deren Footprints in der Tabelle bei FlySat enthalten die Bezeichnungen "Super" oder "Europe".

Gibt es auch britische Radiosender über Satellit?
Ja. Neben den Fernsehsendern werden auch zahlreiche Radiosender angeboten (siehe ebenfalls freesat.co.uk). Allerdings finden heute viele Leute das ortsgebundene Radiohören mit Sat-Receiver zu umständlich und greifen eher auf Internetradio zurück.

Was bedeutet "Freesat"?
In Großbritannien werden die unverschlüsselten Satellitensender als Gesamtpaket unter dem Namen "Freesat" beworben, und es gibt dort spezielle Freesat-Receiver zu kaufen. Man kann die britischen Sender aber auch mit jedem normalen Receiver empfangen; die Freesat-Receiver sind also nicht zwingend nötig.

Was ist besser: normale Receiver oder die speziellen Freesat-Receiver aus Großbritannien?
Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Der Freesat-Receiver ist komfortabler: Er beherrscht einen speziellen EPG (elektronische Programmübersicht) und aktualisiert sich automatisch, falls Sender hinzukommen oder sich die Empfangsdaten ändern. Zusätzlich erlauben einige Freesat-Receiver den Zugriff auf On-Demand-Inhalte via Internet. Allerdings kann der Freesat-Receiver ausschließlich für britische Sender genutzt werden, nicht für die deutschen Sender von 19,2° Ost.
Mit einem normalen Receiver (bzw. einem Fernseher mit integriertem DVB-S-Tuner) kann man sowohl die britischen als auch die deutschen Sender empfangen, kommt also mit einem einzigen Gerät für alles aus. Dafür muss man die Sender dort manuell einstellen, und man hat keine Zusatzdienste.

Wie finde und sortiere ich die britischen Sender an einem normalen Receiver oder Fernseher mit DVB-S-Tuner?
ä In typischen Multifeed-Anlagen für deutsche und britische Sender müssen Sie zunächst klären, wie das LNB für die britischen Sender angesteuert wird. (Sofern Sie eine einfache Schüssel nur für britische Sender verwenden und den Receiver direkt dort anschließen, entfallen diese Überlegungen. Dann können Sie direkt zum Suchlauf übergehen.) Zum Umschalten verwendet man sogenannte DiSEqC-Schalter, die die Signale beider LNBs auf eine gemeinsame Leitung zusammenführen. Wenn bei Ihnen z. B. Astra1 (deutsche Sender) als "LNB 1" angeschlossen ist, könnte das LNB für Astra2 (britische Sender) als "LNB 2" angeschlossen sein. Entsprechend müssen Sie den Receiver einstellen, damit korrekt zwischen den LNBs umgeschaltet wird. Näheres hierzu lesen Sie auf der Seite zu DiSEqC.
Danach können Sie den Suchlauf benutzen. Wenn an Ihrem Receiver möglich, suchen Sie nur nach freien/FTA Sendern, nicht nach verschlüsselten. Falls Ihr Receiver schon etwas älter ist und nicht die neuesten Transponderlisten für Astra2 enthält, müssen Sie evtl. einige Frequenzen manuell eingeben. Die Liste bei FlySat kann hierbei hilfreich sein (freie SD-Sender sind in der Liste hellblau hinterlegt, freie HD-Sender sind hellgrün hinterlegt).
Wenn alle gewünschten Programme gefunden sind, liegen sie noch weit verstreut über mehrere hundert Programmplätze und wollen daher sortiert werden. Etwas verwirrend kann sein, dass von manchen Sendern etliche Regionalversionen existieren, die alle einzeln gelistet werden; von ein paar Sendern gibt es zudem SD- und HD-Versionen. Basteln Sie sich einfach eine Sortierung, die für Sie im Alltag zum Zappen praktisch ist. Alternativ können Sie an vielen Receivern auch Favoritenlisten anlegen.
Hin und wieder werden einzelne Sender auf andere Frequenzen verschoben, und manchmal kommen Sender hinzu oder fallen Sender weg. In diesen Fällen müssen sie wieder neu suchen und neu sortieren. (Das ist ja bei den deutschen Sendern auf Astra 1 nicht anders.)

Werden die britischen Sender in HD-Qualität ausgestrahlt?
Alle britischen Sender gibt es in herkömmlicher SD-Qualität. Einige werden zusätzlich in HDTV ausgestrahlt.

Was bedeutet das Kürzel +1 hinter einem Sendernamen?
Viele der britischen Sender werden auf einem separaten Kanal nochmal mit einer Stunde Verzögerung ausgestrahlt. Wenn man auf dem regulären Sender etwas verpasst hat, kann man es also auf dem verzögerten Kanal (mit dem Kürzel +1 im Sendernamen) eine Stunde später nochmal sehen.

Ist der kostenlose Empfang britischer Sender in Deutschland legal?
Ja. Die Betreiber versuchen mittels "Spotbeam" den Empfang außerhalb der britischen Inseln möglichst einzuschränken. Aber wenn der Empfang dennoch gelingt, z. B. mit Hilfe einer entsprechend groß dimensionierten Satellitenschüssel, ist rechtlich nichts dagegen einzuwenden. Illegal wäre das "Knacken" einer Verschlüsselung - aber das ist für die hier beschriebenen Sender nicht nötig, da sie gar nicht verschlüsselt sind.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: März 2013

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