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Einführung in den Satelliten-Direktempfang (Teil 4)

Nur 1 Endgerät pro Abgang (sternförmige Verteilung)

An das Kabel, das von einer einfachen Schüssel kommt, können Sie nicht über Abzweige beliebig viele Receiver anschließen (wie Sie es von Antenne oder Kabelfernsehen gewohnt sind). Für die Planung einer Anlage ist es sehr wichtig, diesen Sachverhalt richtig zu verstehen. Daher eine etwas ausführlichere Erklärung:

Das Programmangebot der Satelliten ist so groß, dass es auf mehrere Empfangsebenen ("ZF-Ebenen") verteilt werden muss. Allein beim Astra-Empfang sind das vier verschiedene (Highband Vertikal, Highband Horizontal, Lowband Vertikal, Lowband Horizontal). Bei jedem Programmwechsel sendet der Receiver eine Information, aus welcher Frequenzebene er das Programm empfangen möchte. Das LNB (bzw. in größeren Anlagen der Multischalter) schaltet dann auf die entsprechende Ebene um. Das funktioniert vollautomatisch und Sie als Benutzer bekommen nichts davon mit.

Schema der sternförmigen Verteilung

Es ist also immer nur ein Viertel von den möglichen Empfangsfrequenzen des Satelliten auf das Antennenkabel geschaltet. Sinnvollerweise sollten Sie daher am selben Kabel niemals zwei oder mehr getrennte Empfänger anschließen. Sie könnten sonst nie am ersten Empfänger z. B. Viva und gleichzeitig am zweiten Phoenix einschalten, weil diese zwei Sender auf verschiedenen Ebenen liegen.
Wenn Sie einen Twin-Receiver verwenden, der zwei Sender gleichzeitig empfangen kann (um einen anzuschauen und einen anderen aufzunehmen), brauchen Sie sogar zwei getrennte Kabel für dieses eine Gerät; ohne zweites Kabel ist der Parallelbetrieb der beiden Tuner stark eingeschränkt.

Antennenkabel müssen Sie für Sat-Empfang also so verlegen, dass von der Schüssel oder vom Multischalter zu jedem Endgerät ein eigenes Kabel geht. Man spricht von einer "sternförmigen" Verteilung. Bei Neubauten oder Renovierungen sollte man dies beachten und möglichst gleich mehrere Leitungen pro Wohnung legen. Kaum eine Familie beschränkt sich noch auf 1 Fernsehgerät; Zweitfernseher im Schlafzimmer oder Gästezimmer sind längst normal geworden. Twin-Receiver zählen allein schon als zwei Geräte, wenn ihre Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden sollen. Wenn dann noch eine TV-Karte im Computer separat versorgt werden soll, kommen selbst in kleinen Wohnungen 3 bis 4 Endgeräte zusammen.

Die Satelliten senden auf Frequenzen im Gigahertz-Bereich (Mikrowellen). Um die Frequenzen besser zu trennen oder doppelt zu belegen, werden die ausgestrahlten Wellen vertikal (V) oder horizontal (H) polarisiert. Außerdem werden die Frequenzen in zwei Bereiche getrennt, das "Highband" (oberhalb 11,7 GHz) und das "Lowband" (unterhalb 11,7 GHz).
Die Gigahertz-Frequenzen werden vom LNB auf niedrigere Frequenzen herunterkonvertiert. Immer nur eine der Ebenen kann gleichzeitig durchs Kabel übertragen werden: Highband vertikal, Highband horizontal, Lowband vertikal oder Lowband horizontal.
Empfängt man mehrere Satellitenpositionen, braucht man sogar pro Satellitenposition diese vier Schaltmöglichkeiten. Eine Anlage für zwei Satelliten verteilt also acht Ebenen, eine Anlage für drei Satelliten hat zwölf Ebenen usw.

Die Umrüstung von Kabel- auf Satellitenempfang droht in großen Häusern oft an der fehlenden Sternstruktur zu scheitern. Dort gibt es oft nur ein einziges Kabel aus dem Übergabepunkt, das mehrfach aufgezweigt wird (z. B. in jedem Stockwerk). Innerhalb der Wohnungen findet noch eine weitere Verteilung mit Durchgangsdosen statt. Der Techniker nennt dies "Baumstruktur".

Schema der baumförmigen Verteilung

Um nachträglich Satellitenempfang zu ermöglichen, muss durch Verlegen neuer Kabel eine Sternstruktur hergestellt werden. Wo dies aus baulichen Gründen nicht zu machen ist, kommt ersatzweise eine sogenannte Einkabellösung in Betracht, die aber deutliche Einschränkungen hat und meistens nur eine Übergangslösung ist. Andere Alternativen können, je nach vorhandenen Leerrohren oder Datenkabeln, die optische Signalverteilung oder die Sat-IP-Technik sein.

Doch nun zurück zur Sternverteilung. Wenn mehrere Receiver an derselben Schüssel betrieben werden sollen, benutzen Sie am besten ein Quattro-LNB, das die vier Ebenen getrennt ausgibt. Zusätzlich benötigen Sie dann einen Multischalter mit einer entsprechenden Anzahl Receiverausgänge. Der Multischalter übernimmt die Aufgabe, jedem Receiver jederzeit die gewünschte Ebene zuzuweisen.
Solange Sie mit einem einzigen Receiver auskommen, können Sie ein Universal-Single-LNB verwenden, und für zwei bis vier Receiver gibt es Universal-Twin-LNBs und Universal-Quad-LNBs; diese kommen ohne externen Multischalter aus. Präzisere Informationen zur Planung der Anlage finden Sie in der Montageanleitung Teil 2.

Bitte beachten Sie beim Kauf den Unterschied: Ein Quattro-LNB gibt vier Ebenen getrennt aus und benötigt zusätzlich einen Multischalter; ein Quad-LNB (gelegentlich auch Quattro-Switch-LNB genannt) hat den Multischalter schon eingebaut und ermöglicht den direkten Anschluss von bis zu vier Receivern.

Wenn man eine Anlage für mehrere Satellitenpositionen errichtet (mit schielenden LNBs oder mehreren separaten Schüsseln) kann man deren Signale über denselben Multischalter oder über sogenannte DiSEqC-Schalter zusammenführen. Sie benötigen dann weiterhin nur 1 Kabel von der Verteilung zu jedem einzelnen Receiver. Näheres lesen Sie unter Einführung in DiSEqC.

So weit, so gut

Ich hoffe, ich konnte Sie mit meinen Erklärungen ein wenig zur Beschäftigung mit dem Thema Satellitenempfang anregen, ohne komplette Verwirrung zu stiften. Ganz ohne Theorie kommt man bei so einer komplexen Materie leider nicht aus. Wenn die Anlage gut geplant wird, ist dafür die praktische Installation gar nicht mehr so schwer.

Weiter zur Installationsanleitung

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: September 2015

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