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Einführung in den Satelliten-Direktempfang
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Satellitenanlage planen und selbst aufbauen - Montageanleitung
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5] [Teil 6]

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Empfang britischer Sender von Astra 2E/2F
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Häufig gestellte Fragen rund um den Satellitenempfang

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Einkabelsysteme und Kanalaufbereitung
[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5]

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[Teil 2] [Teil 3] [Teil 4]

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Häufig gestellte Fragen zum Satelliten-Direktempfang

Auf dieser Seite greife ich zusätzliche Fragen auf, die in den Artikeln nicht oder nur am Rande beantwortet werden. Die Reihenfolge ist zufällig.

 

Ist "digital" dasselbe wie "HDTV"?

Woher weiß ich, ob ich schon digital empfange oder noch umrüsten muss?

Ich bin mit dem bisherigen Programmangebot und der bisherigen Bildqualität völlig zufrieden. Warum werde ich trotzdem gezwungen, auf Digital umzurüsten?

Mein Fernseher hat einen Digitaltuner. Kann ich damit Satellitenfernsehen empfangen?

Was ist der Unterschied zwischen Scart und HDMI?

Was ist der Unterschied zwischen "CI+" und "HD+"?

Ich habe einen Digitalreceiver an meine alte Satellitenschüssel angeschlossen. Ich empfange nun einige Sender, aber viele andere Sender fehlen. Was ist da los?

Ich würde gern im Keller einen zentralen Umsetzer aufstellen, so dass man mit allen Fernsehgeräten direkt Satellitenfernsehen empfangen kann und keine Receiver braucht. Ist das technisch möglich?

Warum sagt man "Multischalter" und nicht einfach "Verteiler"?

Gibt es beim Digitalempfang noch ein VPS-Signal zur Steuerung des Videorecorders?

Kann man eine Satellitenschüssel auch unter dem Dach, hinter einer dünnen Bretterwand oder hinter einem Fenster betreiben?

Wie kann ich in Deutschland englische oder amerikanische Sender empfangen?

Wie groß muss eine Schüssel für Türksat sein? Manche empfehlen 80 cm, andere halten mindestens 120 cm für nötig. Was stimmt nun?

Wie kann ich Radiosender hören, die über DVB-S ausgestrahlt werden?

Ich möchte eine Satellitenanlage mit Quattro-LNB und Multischalter installieren. Reicht es zum Einstellen der Schüssel, zunächst nur ein Kabel direkt von einem LNB-Ausgang zum Receiver zu legen, also ohne den Multischalter dazwischen?

In unserem Mehrfamilienhaus besteht eine umfangreiche Kabelfernsehverteilung in Baumstruktur. Können wir trotzdem ohne großen Aufwand auf Satellitenempfang umstellen?

Ich habe gesehen, dass es "optische LNBs" gibt. Wozu braucht man die?

Ich möchte eine Multifeed-Satellitenantenne für Astra und Hotbird aufbauen. Welches LNC liegt dabei rechts und welches links?

Ich habe ein Monoblock-LNC für Astra und Hotbird gekauft. Ich schaffe es aber nicht, beide Satelliten ohne Drehen der Schüssel zu empfangen. Was mache ich falsch?

Laut Mietvertrag muss ich für Kabelfernsehen bezahlen und darf keine Schüssel aufstellen. Kann man das irgendwie umgehen?

Ich kann in meiner Wohnung das terrestrische DVB-T empfangen. Ist es für mich sinnvoll, trotzdem eine Satellitenanlage anzuschaffen?

Im Winter haben wir oft Empfangsprobleme. Solange Schnee in der Satellitenschüssel liegt, ist der Empfang gestört. Was kann man dagegen tun?

In meinem Haus sind bereits Koaxialkabel verlegt. Kann ich diese für digitalen Satellitenempfang weiterverwenden?

Wie finde ich weitere Informationen, die vielleicht schon irgendwo auf satellitenempfang.info stehen?

 

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F Ist "digital" dasselbe wie "HDTV"?
A Nein. Digitales Fernsehen, wie es schon seit über zehn Jahren via Satellit ausgestrahlt wird, hat normalerweise PAL-Standardauflösung (720 x 576 Pixel). Einige Sender werden zusätzlich, ebenfalls digital, in hoher Auflösung (1280 x 720 oder 1920 x 1080 Pixel) ausgestrahlt; das nennt man dann HDTV (High Definition Television). Vorteil von HDTV gegenüber Standardauflösung ist der größere Detailreichtum - umgangssprachlich ein "schärferes Bild". Nützlich ist HDTV, wenn man einen großen Fernseher hat und relativ nah davor sitzt; für kleinere Fernsehgeräte, die aus gewisser Distanz betrachtet werden, bringt HDTV hingegen keinen Vorteil.

 

F Woher weiß ich, ob ich schon digital empfange oder noch umrüsten muss?
A Da die analogen Sender seit Mai 2012 abgeschaltet sind, ist der Sachverhalt ganz einfach: Wenn Sie nichts empfangen, müssen Sie umrüsten. Wenn Sie normalen Fernsehempfang haben, ist zumindest Ihr Receiver digital und kann weitergenutzt werden. Sollten Sie zwar einige Programme empfangen, andere jedoch nicht, könnte eine Umrüstung der Empfangsanlage fällig sein.

 

F Ich war mit dem bisherigen Programmangebot und der bisherigen Bildqualität völlig zufrieden. Warum wurde ich trotzdem gezwungen, auf Digital umzurüsten?
A So hart das klingen mag: Fernsehen ist ein Massenmedium, und es lohnte sich nicht, für ein kleines Grüppchen von "Technikverweigerern" den teuren analogen Übertragungsweg aufrechtzuerhalten. Die Umrüstung hatte nämlich nicht nur technische, sondern auch finanzielle Vorteile: Für die Belegung einer einzigen Frequenz muss ein Fernsehsender an den Satellitenbetreiber eine siebenstellige Summe pro Jahr bezahlen. Mit Analogtechnik reichte so eine Frequenz für einen einzigen Sender; mit der Digitaltechnik kann man auf derselben Frequenz bis zu zwölf Fernsehsender übertragen. Da wird schon deutlich, wie unwirtschaftlich analoge Technik auf lange Sicht ist. Dass sie technisch im Zeitalter der großen Flachbildfernseher nicht mehr überzeugt, ist noch ein weiteres Argument.
Der Abschaltungstermin kam keineswegs plötzlich: Fünfzehn Jahre lang wurde parallel in analoger und digitaler Technik gesendet. Ursprünglich sollten die Analogsender schon 2010 abgeschaltet werden, aber der Termin wurde in Rücksicht auf die verbliebenen Bestands-Anlagen um zwei Jahre verschoben. Eine weitere Verschiebung war nicht mehr zu verantworten; schließlich mussten wir alle über unsere Fernsehgebühren die teure Analog-Ausstrahlung mitbezahlen.
Übrigens war nur noch ein kleiner Teil der Fernsehzuschauer von der Abschaltung überhaupt betroffen. Aus einer Umfrage von Ende 2011 wusste man, dass zu diesem Zeitpunkt nur noch 4,5 % der deutschen Haushalte umzurüsten waren; die übrigen 95,5 % der Haushalte hatten entweder schon digitale Satellitenanlagen oder waren von der Umstellung nicht direkt betroffen, weil sie Antenne oder Kabelfernsehen benutzen.

 

F Mein Fernseher hat einen Digitaltuner. Kann ich damit Satellitenfernsehen empfangen?
A Kommt drauf an. Es gibt drei Sorten von Digitaltunern, und zwar für jeden Empfangsweg eine andere: DVB-T für Empfang über Antenne, DVB-C für Kabelfernsehen und DVB-S (bzw. das verbesserte DVB-S2) für Empfang über Satellit. Selbst billige Fernsehgeräte sind heute fast immer mit einem Tuner für DVB-T ausgestattet; auch Kombi-Tuner für DVB-T und DVB-C gibt es sehr häufig. Satellitenfernsehen erfordert jedoch einen Tuner für DVB-S oder DVB-S2. Also achten Sie beim Kauf eines Fernsehgerätes auf DVB-S oder DVB-S2 (es gibt auch TripleTuner/Multituner - die können alle drei Varianten).
Alternativ können Sie natürlich immer einen externen Satellitenreceiver einsetzen; der funktioniert mit jedem Fernseher, selbst einem ganz alten.

 

F Was ist der Unterschied zwischen Scart und HDMI?
A Scart-Buchsen und Scart-Kabel sind die bekannten (sehr klobigen) Videoverbindungen, mit denen man Geräte wie Videorecorder, Satellitenreceiver und DVD-Player an einen Fernseher anschließen kann. Die moderne Alternative dazu sind HDMI-Buchsen und -Kabel; sie arbeiten voll digital und sind wesentlich kleiner und handlicher. Sofern beide Geräte HDMI-Anschlüsse bieten, sollte man Verbindungen unbedingt über HDMI herstellen und nicht mehr die veralteten Scart-Verbindungen benutzen.
Für HDTV-Wiedergabe braucht man ohnehin HDMI; mit Scart gibt es kein HDTV. Zwar haben die meisten HD-Receiver und Blu-ray-Player aus Kompatibilitätsgründen immer noch Scart- oder Cinchbuchsen, aber darüber wird nur ein Signal in Standardauflösung ausgegeben.

 

F Was ist der Unterschied zwischen "CI+" und "HD+"?
A Das System CI+ (Common Interface Plus) ist eine Schnittstelle für den Einsatz verschiedener Entschlüsselungsverfahren in einem Receiver. Hat ein Receiver eine Schnittstelle nach dem Standard CI+, kann man dort ein passendes CAM (Conditional Access Module) einschieben, das die Elektronik für das entsprechende Verschlüsselungsverfahren enthält. (Bekannte Verschlüsselungsverfahren sind z. B. Nagravision und Videoguard.) In das CAM widerum kann man die Zugangskarte (SmartCard) des jeweiligen Anbieters stecken, und dann ist der Empfang verschlüsselter Programme möglich.
Der zurzeit prominenteste Anbieter einer Empfangslösung nach dem System CI+ in Deutschland ist die Programmplattform HD+ (eine Tochterfirma des Satellitenbetreibers SES Astra). Erläuterung siehe hier.
Die Schnittstelle CI+ im Allgemeinen und die Plattform HD+ im Speziellen sind in Fachkreisen wegen ihrer Eingriffe in die Verbraucherrechte sehr umstritten; zum Beispiel kann bei Festplattenreceivern der schnelle Vorlauf gesperrt werden, um ein Überspringen der Werbeblöcke zu vermeiden.

 

F Ich habe einen Digitalreceiver an meine alte Satellitenschüssel angeschlossen. Ich empfange nun einige Sender, aber viele andere Sender fehlen. Was ist da los?
A Ihr LNB (und, falls es eine größere Anlage ist, Ihr Multischalter) überträgt nicht alle Frequenzbänder und ist somit noch nicht fit für Digitalempfang. Sie müssen Ihre Anlage also umrüsten, so wie hier erklärt.

 

F Ich würde gern im Keller einen zentralen Umsetzer aufstellen, so dass man mit allen Fernsehgeräten direkt Satellitenfernsehen empfangen kann und keine Receiver braucht. Ist das technisch möglich?
A Damit es mit wirklich allen (auch alten) Fernsehgeräten funktioniert, bräuchte man eine "Analoge Kanalaufbereitung"; die ist jedoch im Zeitalter von Digitalempfang, 16:9-Format und HDTV nicht mehr sinnvoll. Wenn überhaupt, baut man heute eine "Digitale Kanalaufbereitung" ein, die moderne Fernseher mit DVB-C-Tunern voraussetzt. Aber selbst das lohnt sich aufgrund der hohen Grundkosten nur in sehr großen Häusern, siehe hier.
Es gibt aber für Receiver-unwillige Zuschauer eine preiswerte Alternative, die auch in kleineren Häusern lohnt: Kaufen Sie Fernsehgeräte mit integriertem DVB-S-Tuner oder Triple-Tuner (siehe hier).

 

F Warum sagt man "Multischalter" und nicht einfach "Verteiler"?
A Weil das technisch nicht korrekt wäre. Beim Satellitenempfang gibt es so viele Programme, dass nicht alle gleichzeitig "ins Kabel reinpassen". Die Sender sind auf vier Empfangsebenen verteilt, d. h. dieselben Frequenzen sind mehrfach belegt. Das Quattro-LNB gibt die Empfangsebenen einzeln aus; über vier separate Kabel gelangen sie in den Multischalter. Bei jedem Senderwechsel schickt der Receiver ein Signal aus, welche Ebene er benötigt; der Multischalter verbindet dann diesen Receiver mit dem entsprechenden Ebenen-Ausgang des LNBs. Es wird also wirklich umgeschaltet, nicht nur einfach dasselbe Signal an alle Receiver verteilt. Das ist auch der Grund, warum man das Kabel nicht einfach auf mehrere Receiver verteilen kann. (In kleineren Empfangsanlagen verwendet man Single-, Twin- und Quad-LNBs. Die haben einen Multischalter fest eingebaut; funktionieren tut es ansonsten genauso.)

 

F Gibt es beim Digitalempfang noch ein VPS-Signal zur Steuerung des Videorecorders?
A Nein. Es empfielt sich daher, für die Aufnahme genügend Spielraum mit einzuprogrammieren (z. B. 3 Minuten vorher einschalten und 30 Minuten nach der offiziellen Zeit ausschalten lassen - damit wirklich alles drauf ist).
Wenn Sie öfter in Abwesenheit Sendungen aufnehmen möchten, kaufen Sie am besten einen zeitgemäßen Receiver mit Festplatte; an manchen Receivern kann man sogar nachträglich USB-Festplatten anschließen ("PVR Ready"). Im Gegensatz zum Videorecorder kann man auf Festplatte dann sehr rasch im schnellen Vorlauf den Anfang der Sendung finden, was den Verlust von VPS verschmerzen lässt. Die Vorzüge des Festplattenreceivers (Verlustfreie Aufnahme, Timeshift etc.) überwiegen in der Praxis bei weitem.

 

F Kann man eine Satellitenschüssel auch unter dem Dach, hinter einer dünnen Bretterwand oder hinter einem Fenster betreiben?
A Die meisten Materialien dämpfen das Satellitensignal zu sehr. Mit Holz geht fast gar nichts. Mit manchen Glassorten funktioniert es halbwegs, andere sperren das Signal komplett (Näheres dazu in einem Artikel auf digitalfernsehen.de). Auch andere in Frage kommende Materialien (Folien, Kunststoffplatten etc.) muss man auf Microwellen-Durchlässigkeit testen. Näheres zu dem Thema lesen Sie hier bzw. hier.

 

F Wie kann ich in Deutschland englische oder amerikanische Sender empfangen?
A Auf den beliebten Satellitenpositionen 19,2° Ost (Astra) und 13° Ost (Hotbird) gibt es eine Auswahl amerikanischer und britischer Nachrichtensender wie CNN, Sky News, BBC World, CNBC und Bloomberg TV. Daneben senden auch paar englischsprachige Shopping- und Religionssender FTA. Leider findet man auf den genannten Positionen derzeit keine Sender, die Filme oder Fernsehserien im englischen Original frei empfangbar ausstrahlen.
Direktempfang amerikanischer Programme ist aus physikalischen Gründen (Erdkrümmung) nicht möglich. Der Empfang des weltweiten Soldatensenders AFN (Armed Forces Network) wird sehr massiv durch Verschlüsselung und andere Kontrollen eingeschränkt und ist nur für Angehörige oder Angestellte der US-Armee zu bekommen.
Programme aus Großbritannien werden über 28,2° Ost (Astra2) ausgestrahlt. Eine Reihe von eher zweitklassigen Sendern gibt es in ganz Europa unverschlüsselt. Die BBC, die Privatsenderkette ITV, Channel 4, Film Four, More 4, Five etc. senden zwar auch unverschlüsselt, sind aber nur in der westlichen Hälfte Deutschlands gut zu empfangen. Alle Details zum Empfang der britischen FTA-Sender gibt es hier.
Mit einem Pay-TV-Abonnement beim britischen Sky Network bekommt man eine noch bessere Programmauswahl. Allerdings ist das britische Sky recht teuer und kann bislang nur über Bekannte mit Wohnsitz in England oder über eine Agentur abonniert werden.

 

F Wie groß muss eine Schüssel für Türksat sein? Manche empfehlen 80 cm, andere halten mindestens 120 cm für nötig. Was stimmt nun?
A Beides. Türksat auf 42° Ost strahlt zwei verschieden ausgerichtete Beams ab: den Ostbeam (der auf die Türkei ausgerichtet ist) und den Westbeam (der für Türken gedacht ist, die in Mitteleuropa leben). Allerdings ist das Senderangebot nicht deckungsgleich; die Sender auf dem Ostbeam sind die Originale, während es auf dem Westbeam aus urheberrechtlichen Gründen einige Einschränkungen gibt.
Den Türksat-Westbeam kann man überall in Deutschland problemlos empfangen; für die meisten Transponder reichen schon 60 cm, und mit 80 cm empfängt man garantiert alles. Um auch den Ostbeam reinzukriegen, braucht man hingegen Schüsseln von mindestens 100 cm Größe; ein paar Transponder bekommt man nur noch im Südosten Deutschlands und nur mit Schüsseln ab 120 cm Größe rein.

 

F Wie kann ich Radiosender hören, die über DVB-S ausgestrahlt werden?
A Spezielle Receiver für Radio gibt es nicht. Der Empfang erfolgt über den normalen Receiver, den man auch zum Fernsehen nutzt. Jeder Receiver hat als Audioausgänge Cinch-Buchsen (eventuell auch einen optischen oder koaxialen SPDIF-Ausgang) und kann quasi als Tuner an eine bestehende HiFi-Anlage angeschlossen werden. Zum Einstellen der Sender muss der Fernseher eingeschaltet sein (Bildschirmmenü), aber im Alltag kann man den Receiver dann blind bedienen. Vorteilhaft zum Radiohören sind Receiver mit Display, um den Programmplatz und evtl. auch den Sendernamen zu sehen.
Über Astra sind fast alle deutschen und einige österreichische öffentlich-rechtliche Radiosender in DVB-S zu empfangen; es fehlen lediglich ein paar Regionalversionen. Über Hotbird gibt es zusätzlich die Sender aus der Schweiz.
Ein paar regionale Privatsender werden aber weiterhin nur auf UKW gesendet. Außerdem empfinden viele Nutzer das Radiohören über Satellit als umständlich, da man die Empfangsgeräte nicht so mobil nutzen kann. Mittelfristig werden also weiterhin UKW-Empfänger gebraucht - bevor UKW irgendwann von DAB plus abgelöst wird. Eine weitere praktische Alternative sind sogenannte Internet-Radios, die Radiostreams aus aller Welt über ein vorhandenes LAN oder WLAN empfangen, ohne dass hierzu der Computer eingeschaltet sein muss.

 

F Ich möchte eine Satellitenanlage mit Quattro-LNB und Multischalter installieren. Reicht es zum Einstellen der Schüssel, zunächst nur ein Kabel direkt von einem LNB-Ausgang zum Receiver zu legen, also ohne den Multischalter dazwischen?
A Das funktioniert, wenn Sie ganz sicher wissen, dass Sie die richtige Ebene für den eingestellten Sender erwischt haben. Sonst drehen Sie sich den Wolf und finden nie die Position.
Wenn Sie das digitale ARD-Paket (11.837 GHz Horizontal, Symbolrate 27500, FEC 3/4) zum Einstellen nehmen, verbinden Sie den Receiver mit "High Horizontal". Aber Vorsicht: Das gilt nur für die SD-Variante der ARD; die HD-Variante findet sich hingegen im Lowband Horizontal.
Und noch eine Komplikation: Es gibt einige Quattro-LNBs, die die Stromversorgung an einem ganz bestimmten Ausgang erwarten und nicht funktionieren, wenn ein einzelnes Kabel an einer der anderen Buchsen angeschlossen wird.

 

F In unserem Mehrfamilienhaus besteht eine umfangreiche Kabelfernsehverteilung in Baumstruktur. Können wir trotzdem ohne großen Aufwand auf Satellitenempfang umstellen?
A Ja, aber mit deutlichen Einschränkungen. In diesem Fall brauchen Sie eine Einkabellösung, siehe hier.

 

F Ich habe gesehen, dass es "optische LNBs" gibt. Wozu braucht man die?
A Die optische Signalübertragung für Satellitenempfang ist eine noch recht junge und sehr interessante Technologie. Optische LNBs sind im Prinzip Quattro-LNBs, die jedoch die Signale aller vier Ebenen gemeinsam durch ein einziges Lichtleiterkabel (Glasfaserkabel) übertragen. Das optische Signal kann man mit Hilfe optischer Verteiler mehrfach aufsplitten. An die Enden der optischen Kabel kommen Konverter; diese sind entweder als Twin- oder Quad-Konverter ausgelegt (zum Direktanschluss von bis zu vier Receivern) oder als Quattro-Konverter (um einen Multischalter mit beliebig vielen Abgängen nachzuschalten).
Die optische Übertragung hat vor allem zwei Einsatzgebiete:
1) Verteilung von Satellitensignalen an viele Empfänger, obwohl im Leerrohr kein Platz für vier Koaxialkabel ist; man zieht das optische Kabel anstelle eines vorhandenen Koaxkabels bis in die einzelnen Wohnungen und legt erst von dort aus jeweils eine Sternverteilung an. Da das optische Kabel nur ca. 4 mm Durchmesser hat, passen in die meisten Leerrohre sogar mehrere davon (z. B. um mehrere Satellitenpositionen zu empfangen).
2) Verteilung von Satellitensignalen über lange Stecken ohne Zwischenverstärker, z. B. in großen Häusern, Wohnkomplexen und ganzen Wohnsiedlungen mit Gemeinschaftsantenne; das optische Signal übersteht problemlos auch mehrere Kilometer Kabelweg. Ein ausführlicher Beitrag auf openPR beschreibt ein Beispiel einer solchen Lösung (allerdings aus Sicht der Hersteller und daher etwas geschönt).
Leider ist die optische Signalverteilung noch etwas teurer als die konventionelle Verteilung (LNB und Konverter je ca. 150 €, Verteiler ca. 60 €, Kabel ca. 1 €/Meter). Das LNB braucht immer eine separate Stromversorgung (Netzteil), weil das optische Kabel prinzipbedingt keinen Strom leitet.

 

F Ich möchte eine Multifeed-Satellitenantenne für Astra und Hotbird aufbauen. Welches LNC liegt dabei rechts und welches links?
A Dieses Foto sollte die Frage beantworten. Ob das Astra-LNC in der Mitte liegt und das Hotbird-LNC schielt, ob (wie im Bild) das Hotbird-LNC in der Mitte liegt, oder ob beide links und rechts von der Mitte etwas schielen, spielt keine so große Rolle und kann auch vom Hersteller der Halterung vorgegeben sein. Wichtig ist die Reihenfolge.
Indem man eine der LNC-Membranen mit der Hand abdeckt, kann man im Zweifelsfall leicht feststellen, mit welchem der beiden LNCs man gerade empfängt.
Die Reihenfolge weiterer Sat-Positionen ist übrigens hier aufgelistet.

 

F Ich habe ein Monoblock-LNC für Astra und Hotbird gekauft. Ich schaffe es aber nicht, beide Satelliten ohne Drehen der Schüssel zu empfangen. Was mache ich falsch?
A Monoblock-LNCs sind eine Kombination aus 2 LNCs und einem DiSEqC-Umschalter in einem gemeinsamen Gehäuse. Umgekehrt als bei den meisten selbstgebauten Anlagen wird bei Monoblocks Astra als DiSEqC B und Hotbird als DiSEqC A angesteuert. Da die meisten Receiver in ihrer Vorprogrammierung Astra als DiSEqC A erwarten, stimmen die Einstellungen zunächst nicht; wer dann die Schüssel ohne Änderung der Receivereinstellung justiert, empfängt Astra mit dem für Hotbird vorgesehenen LNB, und das für Astra vorgesehene LNB "schaut ins Leere". Die Reihenfolge der Satelliten entspricht natürlich auch beim Monoblock-LNC der obigen Abbildung.
Achtung: Gelegentlich werden auch Monoblocks angeboten, die speziell für den deutschen Markt gebaut sind und die hier übliche Reihenfolge (Astra als DiSEqC A und Hotbird als DiSEqC B) einhalten.

 

F Laut Mietvertrag muss ich für Kabelfernsehen bezahlen und darf keine Schüssel aufstellen. Kann man das irgendwie umgehen?
A Der Autor dieser Seite ist kein Jurist und übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit und Genauigkeit der folgenden Angaben. Für verbindliche juristische Auskünfte fragen Sie bitte einen Anwalt. Folgende Informationen also unter Vorbehalt:
In Deutschland gilt Informationsfreiheit, aber diese begründet kein Recht auf eine bestimmte Form des Fernsehempfangs. Die Gerichte stufen leider die Rechte von Vermietern, die ihre Fassaden von Schüsseln freihalten wollen, relativ hoch ein; dasselbe gilt für Eigentümergemeinschaften. Kabelfernsehen wird als Deckung des Grundbedarfs fast immer als ausreichend eingestuft; Empfang über Antenne (DVB-T) reicht zumindest in jenen Ballungsräumen aus, wo ein ausgewogenes Senderangebot bereitsteht.
Ein einklagbares Recht auf Errichtung einer Satellitenschüssel ergibt sich nur, wenn man ganz besondere Programmbedürfnisse hat; es wird insbesondere Ausländern gewährt, die sonst keine Programme in ihrer Muttersprache empfangen könnten. Anders begründete Bedürfnisse (z. B. wenn ein Englischlehrer zur Weiterbildung englischsprachiges Programm sehen will) sind vor Gericht leider nur ganz schwer durchzusetzen.
Übrigens bedeutet selbst die Anerkenntnis dieses Rechtes nicht, dass man auf billigstem Weg eine Schüssel irgendwo anschrauben darf; der Vermieter kann dann einen anderen Platz vorgeben - auch wenn dieser höhere Montagekosten verursacht.
Wenn im Kabelfernsehen ein Grundangebot von Sendern der geforderten Sprache existiert, auch gegen zusätzliche Gebühr, gilt das Grundbedürfnis von Ausländern damit schon als gedeckt. Nur weil man über Satellit noch weitere Sender empfangen könnte, begründet dies kein Recht auf die eigene Satellitenschüssel. Erst recht nicht anerkannt werden finanzielle Vorteile des Satellitenempfangs.
Ein rechtlicher Graubereich ist die Aufstellung von unauffälligen bzw. von unten nicht einsehbaren Satellitenschüsseln ohne bauliche Veränderung, z. B. per Ständer innerhalb eines Balkons. Viele Mieter umgehen mit solchen Konstruktionen ein Schüsselverbot - natürlich unter juristischem Restrisiko. Besser als eine heimliche Lösung ist es immer, mit dem Vermieter bzw. den anderen Eigentümern einen Kompromiss auszuhandeln.
Unabhängig davon gilt: Augen auf, wenn es ans Kleingedruckte geht. Wer einen Mietvertrag unterschreibt, der eine kostenpflichtige Nutzung des Kabelfernsehens vorsieht, muss dafür zahlen - selbst wenn er durch Gerichtsentscheid oder Entgegenkommen des Vermieters zusätzlich eine Schüssel aufstellen darf.

 

F Ich kann in meiner Wohnung das terrestrische DVB-T empfangen. Ist es für mich sinnvoll, trotzdem eine Satellitenanlage anzuschaffen?
A Das hängt von Ihren persönlichen Wünschen ab. Wenn Sie mit dem bei Ihnen vor Ort empfangbaren Senderangebot zufrieden sind, bietet DVB-T eine interessante Alternative. Sie benötigen (bei guter Empfangsstärke) nur eine kleine Zimmerantenne und können Ihr Empfangsgerät jederzeit woanders hintragen, ohne Antennenkabel verlegen zu müssen. Sie benötigen dafür keine Satellitenschüssel und müssen auch keine Kabelgebühren bezahlen. In neuen Fernsehgeräten ist der DVB-T-Tuner schon eingebaut, weshalb Sie dann sogar auf den externen Receiver verzichten können.
Sobald Sie aber an weiteren Sendern interessiert sind, die nicht zum DVB-T-Angebot zählen, ist eine Satellitenanlage die richtige Wahl. Dasselbe gilt, wenn Sie einen großen Flachbildfernseher besitzen und dafür bestmögliche Empfangsqualität brauchen. DVB-T ist qualitativ in den meisten Fällen schon etwas schlechter als DVB-S, da weniger Bandbreite pro Sender zur Verfügung steht; gegen HDTV (DVB-S2) sieht DVB-T sowieso alt aus. (Eine HDTV-Ausstrahlung via DVB-T ist technisch machbar, aber zumindest in Deutschland bisher nicht verfügbar.)

 

F Im Winter haben wir oft Empfangsprobleme. Solange Schnee in der Satellitenschüssel liegt, ist der Empfang gestört. Was kann man dagegen tun?
A In schneereichen Gegenden ist es optimal, die Satellitenschüssel unter einem Vordach zu montieren. Ist das nicht möglich, sollte sie wenigstens gut zugänglich sein, so dass man bei Bedarf den Schnee entfernen kann. Bei Wandmontage kann man dem Schnee vom nächsten Fenster aus mit Hilfe eines langstieligen Besens zu Leibe rücken. Bei Dachmontage hilft die Nähe eines Dachfensters, sofern sich dieses unter der Schneelast noch öffnen lässt. Wenn beides nicht möglich ist, hilft eine größere Schüssel mit ihrer größeren Reserve: Ist die untere Hälfte schneebedeckt, hat man mit der oberen oft noch genug Empfang. Gegen Schnee auf der LNB-Membran hilft ein kleines "Dach" über dem LNB, das als Zubehör im Handel erhältlich ist.
Wenn jeglicher Zugriff unmöglich ist und der Empfangsausfall unbedingt vermieden werden muss (z. B. bei einer Anlage, die ein ganzes Wohnhaus versorgt), kommt eine Heizung in Betracht: Auf der Rückseite des Spiegels werden Heizmatten aufgeklebt und bei Bedarf so lange eingeschaltet, bis der Schnee herunterrutscht. Das sind allerdings Bastellösungen; es werden kaum fertige Systeme angeboten.

 

F In meinem Haus sind bereits Koaxialkabel verlegt. Kann ich diese für digitalen Satellitenempfang weiterverwenden?
A Falls von Antenne bzw. Kabel auf Satellitenempfang umgerüstet wird, stellt sich oft die Frage der Weiterverwendbarkeit vorhandener Kabel. Hier muss man zwei Dinge unterscheiden: Die Kabelqualität und die Art der Verlegung.
Bei der Qualität der Kabel spielen Dämpfung und Schirmung eine Rolle. Die Dämpfung sollte so gering wie möglich sein, kann aber notfalls durch stärkeres Signal (aktiver Multischalter oder Verstärker) ausgeglichen werden. Die Schirmung ist bei digitalem Satellitenempfang wichtig, um Störungen von außen abzuhalten. Heute verbaut man nur noch Kabel mit einem Schirmungsmaß von 90 dB oder mehr; generell sind aber alle doppelt geschirmten Kabel (Folie + Geflecht) zu gebrauchen. Mit älteren, einfach geschirmten Antennenkabeln kann bei Digitalempfang das DECT-Problem (Überschneidung der Sat-Frequenz mit dem DECT-Schnurlostelefon und daraus resultierende Störung) auftreten; das betrifft auf Astra den Transponder 104 und damit z. B. Tele 5 und Sport-1.
Das wirkliche Problem alter Anlagen ist jedoch nicht die Kabelqualität, sondern die Art der Verlegung. Für vollständigen Sat-Empfang ist eine konsequente Sternverteilung erforderlich (vom Multischalter je ein Kabel zu jedem Endgerät, zu Twin-Receivern sogar zwei Kabel). Ältere Verteilanlagen weisen fast immer eine Struktur mit Unterverteilung und/oder Durchgangsdosen auf. Wenn das Ziehen neuer Kabel baulich nicht klappt, hilft hier nur noch die Einkabellösung.

 

F Wie finde ich weitere Informationen, die vielleicht schon irgendwo auf satellitenempfang.info stehen?
A Gehen Sie auf die Startseite und nutzen Sie dort die Suchfunktion. Es kommt die normale Suchmaschine Google zum Einsatz, aber es wird nur satellitenempfang.info durchsucht. (Ganz oben auf der Ergebnisseite erscheinen zuerst ein paar Sponsor-Links. Die gehören natürlich nicht dazu.)

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: Mai 2013

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